Landwirtschaftliche Betriebssysteme

Deutschland - Landwirtschaft

978-3-14-100700-8 | Seite 55 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 6.000.000
Landwirtschaftliche Betriebssysteme |  | Deutschland - Landwirtschaft | Karte 55/3

Informationen

Landwirtschaftliche Betriebe werden je nach Zweck und Betrachtungsweise in ganz unterschiedliche Gruppen unterteilt, wobei als Unterscheidungsmerkmal sowohl betriebswirtschaftliche als auch organisatorische oder inhaltliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen können.

Klassifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe
Zu den wichtigsten Gliederungskriterien für landwirtschaftliche Betriebe gehören die
• Betriebsform (Produktionsstruktur und Spezialisierungsgrad),
• Erwerbsform (Haupterwerb oder Nebenerwerb),
• Rechtsform (Einzelunternehmen, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft),
• Bewirtschaftungsform (konventionelle oder ökologische Bewirtschaftung),
• Eigentumsstruktur (Eigentümer- oder Pachtbetrieb),
• Größenklassen (Hektar der Landwirtschaftlichen Fläche, Umsatz, Standardbetriebseinkommen; vgl. 55.4),
• Arbeitsverfassung (Fremd- oder Familienarbeitskräfte).
Manchmal ist es sinnvoll, die landwirtschaftlichen Betriebe nach ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung oder ihrem Produktionsschwerpunkt beziehungsweise nach dem Grad der Spezialisierung einzuteilen. Eine entsprechende Grobgliederung erfolgt nach den Betriebsformen:
• Marktfrucht (v. a. Getreide, Hackfrüchte),
• Futterbau (v. a. Milchproduktion, Rinderhaltung),
• Veredlung (v. a. Schweine, Geflügel),
• Dauerkultur (v. a. Wein- und Obstbau).
Um in eine dieser Kategorien eingeordnet zu werden, müssen die Betriebe einen gewissen Spezialisierungsgrad aufweisen, das heißt, mindestens 50 Prozent der Einkommensbeiträge müssen aus der jeweiligen Kategorie stammen. Anderenfalls wird das Unternehmen als landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb klassifiziert. Über die Betriebsformen hinaus gibt es weitere Untergliederungen der Betriebe nach Betriebsarten und Betriebstypen; diese dienen dazu, stärker spezialisierte Unternehmen zu homogenen Gruppen zusammenzufassen.

Landwirtschaft und Umwelt
Durch intensive Landnutzung und Viehhaltung können negative Wirkungen für das Klima, die Böden und das Grundwasser entstehen (Eutrophierung von Gewässern durch unsachgemäße Düngung, Ausräumung der Landschaft durch Flurbereinigung, Bodenverdichtungen durch schwere Ackermaschinen). Besonders gefährdet sind wegen des hohen Anfalls von Wirtschaftsdünger (Gülle) Regionen mit hoher Viehdichte.
Die Politik hat auf vielfältige Weise auf diese Probleme reagiert. Beispiele hierfür sind die Ausweisung von FFH-Schutzgebieten (Flora-Fauna-Habitat) 1992, die Verabschiedung der Düngeverordnung 1996 und weitere Maßnahmen des Biotop- und Naturschutzes. Inzwischen ist die Förderung einer standortangepassten Landbewirtschaftung und des ökologischen Landbaus ein wesentliches Ziel der Agrarförderung. Allein im Jahre 2005 wurden etwa 129 Mio. Euro öffentlicher Mittel für die Erzeugung ökologischer Landwirtschaftsprodukte ausgegeben. Diese Summe wurde zu 60 Prozent seitens des Bundes und zu 40 Prozent von den einzelnen Ländern aufgebracht. Rechtsgrundlage dieser Förderung ist seit 2007 eine EU-Richtlinie über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes.
B. Forstner

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