Landwirtschaft

Landwirtschaft

978-3-14-100759-6 | Seite 5 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 1.500.000
Landwirtschaft |  | Landwirtschaft | Karte 5/2

Informationen

Die überwiegend ebene Oberflächengestalt und die milden Winter Mecklenburg-Vorpommerns begünstigen die ackerbauliche Nutzung. Der Norden wird von Pseudogleyen, der Süden von Parabraunerden eingenommen. Im Gebiet des ehemaligen Netze-Randow-Urstromtals treten auch Moorböden auf. In der DDR-Zeit waren die Land- und Forstwirtschaft von tragender Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern. Nach 1990 wurden große Agrarflächen stillgelegt. Dennoch arbeiten bis heute 4,5 % alle Beschäftigten in diesem Sektor, mehr als doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt.

Pflanzliche Produktion
Fast 80 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche Mecklenburg-Vorpommerns entfällt auf Ackerland. Auf den jungen Grundmoränen haben sich gute Böden entwickelt, auf denen überwiegend Weizen, zum Teil auch Zuckerrüben angebaut werden. Auf weniger guten Böden erfolgt der Anbau von anderen Getreidesorten und Futtermitteln. Im Jahr 2008 wurden 600 000 ha der insgesamt 1,08 Mio. ha Ackerland mit Getreide bestellt, mehr als die Hälfte davon mit Winterweizen. Von zunehmender Bedeutung ist der Anbau von Winterraps, der 2008 fast ein Fünftel der Gesamtackerfläche bedeckte. Der wachsende Anteil von Rapspflanzen ist auf die Züchtung besonderer Rapssorten sowie auf die europäische Agrarpolitik zurückzuführen, die auch auf Stilllegungsflächen den Anbau von Non-Food-Raps für die Produktion von Biodiesel erlaubt. Rund 16 % der Ackerflächen entfielen auf Futterpflanzen.
In der Nähe der größeren Siedlungen erfolgt der Anbau von Obst und Gemüse. Teile der Mecklenburgischen Seenplatte sind mit Wald bestanden, der forstwirtschaftlich genutzt wird.

Viehhaltung
Ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche entfällt auf Dauergrünland. Die Schwerpunkte der Viehwirtschaft liegen in der Rinder- und Schweinehaltung. 2007 gab es in Mecklenburg-Vorpommern fast 544 000 Rinder, davon rund 172 000 Milchkühe. Hinzu kamen rund 152 000 Schweine. Die regionalen Zentren der Viehwirtschaft befinden sich im westlichen Mecklenburg-Vorpommern.

Betriebsstrukturen
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern wiesen 2007 mit 104,2 ha die größte durchschnittliche Betriebsgröße Deutschlands auf und übertrafen damit den Durchschnitt von 33,1 ha um mehr als das Dreifache. Ursache dafür ist die Entstehung der heutigen Betriebe aus den großen Staatsbetrieben der DDR.
Neben diesen Großbetrieben gibt es eine Vielzahl kleiner Betriebe, die überwiegend im Nebenerwerb bewirtschaftet werden. 2007 wurden lediglich 35,4 % der Betriebe von Haupterwerbslandwirten geführt, die allerdings 82,1 % aller Betriebsflächen bewirtschafteten.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie
In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie dominieren Betriebe der Milchverarbeitung, die an verschiedenen Standorten vertreten sind. Hinzu kommen Betriebe der Obst- und Gemüseverarbeitung. Rostock, Stralsund, Schwerin, Dargun und Lübz sind Standorte von Großbrauereien.
H. Kiegel

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