Landwirtschaft

Landwirtschaft

978-3-14-100757-2 | Seite 7 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Landwirtschaft |  | Landwirtschaft | Karte 7/1

Informationen

Das Relief beschränkt die ackerbauliche Nutzung in Rheinland-Pfalz und im Saarland auf die flachen Abschnitte zwischen den Höhenzügen der Mittelgebirge. Im Oberrheinischen Tiefland erfolgt eine intensive Nutzung mit Sonderkulturen. Dabei nimmt der Weinbau eine überragende Stellung ein.

Pflanzliche Produktion
55,4 % der 2007 in Rheinland-Pfalz genutzten 715 000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche waren Ackerland (Saarland: 47,4 % bei einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 79 000 ha). Den Schwerpunkt bildet der Anbau von Getreide, der 32,9 % (Saarland 61,0 %) der landwirtschaftlichen Nutzfläche einnimmt. In den letzten Jahren wurde der Anbau von Raps ausgedehnt #150; 2007 wurden in Rheinland-Pfalz über 42 000 ha (Saarland 3 800 ha) mit Winterraps bestellt. Die Ursachen liegen in den Züchtungen besonderer Rapssorten sowie in der europäischen Agrarpolitik, die auch auf Stilllegungsflächen den Anbau von Non-Food-Raps für die Produktion von Biodiesel erlaubt.
Auf den guten bis sehr guten Böden in Rheinhessen, der Vorderpfalz und im Maifeld werden Weinreben sowie Sonderkulturen wie Obst, Spargel und Tabak angebaut. Sechs der 13 deutschen Weinbaugebiete für Qualitäts- und Prädikatswein liegen in Rheinland-Pfalz: Ahr, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Rheinhessen und Pfalz. Die beiden größten Anbaugebiete sind Rheinhessen (26 339 ha) und die Pfalz (23 146 ha). Insgesamt stellen die Rebflächen 8,9 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche.
Die oberen Höhenlagen der Mittelgebirge werden überwiegend forstwirtschaftlich genutzt.

Viehhaltung
In Rheinland-Pfalz werden 34,8 % (Saarland: 52,1 %) der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Dauergrünland genutzt. Der Schwerpunkt der Viehwirtschaft liegt in der Rinderhaltung. Von den 382 800 Rindern 2007 waren 117 300 Milchkühe (Saarland: 53 200 Rinder, 13 400 Milchkühe). Regionale Schwerpunkte sind die Eifel, der Westerwald sowie das Saar-Nahe-Bergland und der Pfälzer Wald.

Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe
In Rheinland-Pfalz gab es 2007 insgesamt 25 529 landwirtschaftliche Betriebe (Saarland: 1 660). Im Vergleich zu 2005 bedeutete das einen Rückgang um 6,6 %. Gleichzeitig erfolgte ein Trend zu größeren Betrieben: Während 2007 ein landwirtschaftlicher Betrieb im Durchschnitt über eine Betriebsfläche von 28 ha verfügte, waren es zwei Jahre zuvor erst 26,3 ha. Besonders deutlich zeigt sich die Tendenz zur Betriebsaufgabe bzw. -vergrößerung im Weinbau: Zwischen 2005 und 2007 hat sich die Zahl der Betriebe von 11 972 auf 11 037 reduziert. Die fast 1000 aufgegebenen Betriebe entsprechen einem Rückgang um 7,8 % in zwei Jahren, die gesamte Rebfläche nahm im gleichen Zeitraum jedoch nur um 0,4 % ab.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Der Schwerpunkt der Nahrungs- und Genussmittelindustrie liegt in der Milchverarbeitung, von der es mehrere Standorte in Rheinland-Pfalz und dem Saarland gibt. Rheinhessen ist Standort einer Zuckerfabrik und der Obst- und Gemüseverarbeitung. In den Weinanbaugebieten gibt es zahlreiche Kellereien.
H. Kiegel

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