Landwirtschaft

Landwirtschaft

978-3-14-100756-5 | Seite 7 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Landwirtschaft |  | Landwirtschaft | Karte 7/1

Informationen

Wie in ganz Deutschland hat die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft in Hessen in den letzten Jahren abgenommen. Während 1950 mehr als 23 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt waren, waren es zu Beginn des 21. Jahrhunderts nur noch 1,5 %.

Pflanzliche Produktion
Gute bis sehr gute Böden befinden sich lediglich in der Wetterau und im Amöneburger Becken. Hier werden neben Getreide auch Obst und Gemüse, in der Wetterau auch Zuckerrüben angebaut. Da die Zuckerrübe hochwertige Lehmstandorte bevorzugt, ist ihr weiterer Anbau auf wenige Standorte wie die Waberner Senke, das Ried und den Vorderen Odenwald beschränkt. Diese Ackerflächen liegen wie die meisten anderen Ackerflächen Hessens auf den ebenen Abschnitten zwischen den Höhenzügen der Mittelgebirge.
Auf fast 62 % der rund 486 000 ha Ackerland wurde 2007 Getreide angebaut. Schwerpunkte bildeten Weizen und Gerste, deren zunehmende Bedeutung auf Züchtungsfortschritte sowie neue Entwicklungen in den Bereichen Düngung und Pflanzenschutz zurückgeht. In den letzten Jahren wurde auch der Anbau von Raps ausgedehnt ? 2007 bedeckten Raps und Rübsen eine Fläche von 66 200 ha. Neue Züchtungen besonderer Rapssorten sowie die europäische Agrarpolitik, die auch auf Stilllegungsflächen den Anbau von Non-Food-Raps für die Produktion von Biodiesel erlaubt, beschleunigten die Ausweitung des Anbaus.
Im Gemüsebau nimmt der Spargel die größte Fläche ein; regionaler Schwerpunkt sind die flachen Standorte im Ried. Im Obstbau dominiert der Anbau von Äpfeln, Birnen, Süßkirschen und Erdbeeren. Hessen verfügt über 3 600 ha Rebflächen, der größte Teil davon befindet sich im Rheingau, der Rest an der Hessischen Bergstraße.
Die Höhenlagen der Mittelgebirge werden überwiegend forstwirtschaftlich genutzt.

Viehhaltung
Großflächige Weiden und Wiesen finden sich am Vogelsberg, in den Ausläufern des Westerwaldes und in der Rhön, wo Rinder gehalten werden. Von den rund 474 000 Rindern im Jahr 2007 waren 151 000 Milchkühe. Die Schweinehaltung beschränkt sich auf die Waberner Senke; 2007 lag der Gesamtbestand bei 796 000 Schweinen.

Betriebsstrukturen
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen wiesen 2007 eine durchschnittliche Betriebsgröße von 32,3 ha auf, was fast dem Bundesdurchschnitt von 33,1 ha entsprach. Fast ein Drittel aller Betriebe ist kleiner als 10 ha; diese Betriebe stellen zusammen weniger als 5 % der gesamten Betriebsflächen. Lediglich 33 % der Betriebe werden von Haupterwerbslandwirten geführt, die 66 % aller Betriebsflächen bewirtschaften.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie hat ihre Standorte oftmals in der Nähe der jeweiligen Produktionsstandorte. Zuckerindustrien befinden sich in der Waberner Senke und im Ried, die Keltereien und Sektkeltereien haben ihren regionalen Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet. Die Milchverarbeitung erfolgt dagegen regional nicht konzentriert an mehreren Standorten.
H. Kiegel

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