Landwirtschaft

Landwirtschaft

978-3-14-100755-8 | Seite 9 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.200.000
Landwirtschaft |  | Landwirtschaft | Karte 9/1

Informationen

Die natürlichen Bedingungen Nordrhein-Westfalens sind für die landwirtschaftliche Produktion überwiegend gut. Die Lössböden der Niederrheinischen Bucht und dem Münsterland zählen zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands. Die Winter sind mild, die Sommer feuchtwarm.

Pflanzliche Produktion
In Nordrhein-Westfalen wurden im Jahr 2007 fast 71 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Ackerland genutzt. Fast 60 % der rund 1,1 Mio. ha Ackerlandfläche wurde mit Getreide bestellt, alleine 440 000 ha mit Winterweizen und Wintergerste. In den letzten Jahren wurde auch der Anbau von Raps weiter ausgedehnt #150; 2007 wurden rund 73 000 ha mit Winterraps bestellt. Die Zunahme findet ihre Ursache in neuen Züchtungen besonderer Rapssorten sowie in der europäischen Agrarpolitik, die den Anbau von Non-Food-Raps für die Produktion von Biodiesel fördert.
Einen weiteren Schwerpunkt des Ackerbaus bildet der Zuckerrübenanbau. Bevorzugt werden hochwertige Lehmstandorte, wie sie in den Bördenlandschaften (Jülicher, Zülpicher und Soester Börde) zu finden sind. Die Kartoffel gedeiht dagegen am besten auf leichten Böden; bundesweit steht Nordrhein-Westfalen in der Kartoffelproduktion nach Niedersachsen und Bayern an dritter Stelle. In der Niederrheinischen Bucht und der Soester Börde gibt es ausgedehnten Obst- und Gemüseanbau. Im Westmünsterland werden große Mengen an Silomais für die Schweinehaltung angebaut.
In den Mittelgebirgen dominiert aufgrund der Höhenlagen und Hangneigungen eine forstwirtschaftliche Nutzung.

Viehhaltung
28 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dienen als Dauergrünland. Die regionalen Schwerpunkte der Viehwirtschaft liegen im Münsterland und im Niederrheinischen Tiefland. Von den rund 1,35 Mio. Rindern im Jahr 2007 waren lediglich 372 000 Milchkühe. Darüber hinaus wurden fast 6,4 Mio. Schweine gehalten; über ein Viertel der Schweinemastproduktion Deutschlands stammt aus Nordrhein-Westfalen. Auch die Hühnerzucht ist im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen von großer Bedeutung: 2007 wurden 3,28 Mio. Leghennen gehalten. Darüber hinaus spielt die Pferdewirtschaft eine wichtige Rolle.

Betriebsstrukturen
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Nordrhein-Westfalen wiesen 2007 eine durchschnittliche Betriebsgröße von 30,4 ha auf. Diese liegt etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 33,1 ha. Ein Drittel aller Betriebe ist kleiner als 10 ha; diese Betriebe stellen zusammen lediglich 5 % der gesamten Betriebsflächen. 46,5 % der Betriebe wurden von Haupterwerbslandwirten geführt, die 77 % aller Betriebsflächen bewirtschafteten.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Das Münsterland bildet einen Schwerpunkt der Veredlung von Fleischprodukten. Die Jülicher und Zülpicher Börde sind wichtige Standorte der Zuckerindustrie; dort erfolgt auch die Verarbeitung von Obst- und Gemüse sowie von Milch. In den großen Städten wird Getreide gemahlen. Die Großbrauereien haben ihre Standort u. a. in Dortmund, Duisburg, Mönchengladbach, Warstein und Meschede.
H. Kiegel

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