Landwirtschaft

Landwirtschaft

978-3-14-100754-1 | Seite 9 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.500.000
Landwirtschaft |  | Landwirtschaft | Karte 9/1

Informationen

Die natürlichen Bedingungen Niedersachsens sind für die landwirtschaftliche Produktion überwiegend gut. Die ebene Oberflächengestalt, die milden Winter und die feuchtwarmen Sommer begünstigen die ackerbauliche Nutzung.

Pflanzliche Produktion
In Niedersachsen wurden im Jahr 2007 über 1,8 Mio. ha landwirtschaftlicher Nutzfläche ackerbaulich genutzt. Auf über der Hälfte dieser Fläche wurde Getreide angebaut, davon alleine auf 595 000 ha Winterweizen und Wintergerste. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Kartoffelanbau, der fast 124 000 ha einnahm #150; fast jede zweite deutsche Kartoffel kommt aus Niedersachsen. Mit einer Anbaufläche von rund 102 000 ha fiel zudem dem Zuckerrübenanbau eine herausragende Bedeutung zu. In den letzten Jahren expandierte auch der Rapsanbau #150; 2007 wurden rund 151 000 ha mit Winterraps bestellt. Daneben wurden mehr als 405 000 ha Ackerflächen mit Futterpflanzen, insbesondere mit Mais, bestellt.
Während auf den guten Bördeböden Weizen und Zuckerrüben angebaut werden, erfolgt in den intensiven Viehzuchtgebieten mit humosen Sandböden der Anbau von Mais. In der Geest und in der Heide wird Roggen angebaut, in der Ackermarsch neben Weizen auch Raps.
Standorte des Obst- und Gemüseanbaus sind das Alte Land, Kehdingen und das nordwestliche Harzvorland. Der Spargelanbau findet seine Schwerpunkte in der Lüneburger Heide und im Raum Vechta/Diepholz.

Viehhaltung
Die Grünlandnutzung ist vor allem in den feuchteren Gebieten im Norden weit verbreitet. Der regionale Schwerpunkt der Rinderwirtschaft liegt in Ostfriesland und dem Emsland. Von den insgesamt 2,5 Mio. Rindern sind 705 000 Milchkühe. Hinzu kommen 8,2 Mio. Schweine, die wie die 47,2 Mio. Hühner überwiegend im Raum Cloppenburg/Vechta/Diepholz gehalten werden. Diese Region zählt zu den leistungsfähigsten Agrarwirtschaftsräumen Europas mit Schwerpunkt in der tierischen Veredlungswirtschaft. Über ein Drittel der deutschen Mastschweine und Legehennen sowie die Hälfte der Truthühner stammen aus Niedersachsen.

Betriebsstrukturen
Aufgrund des starken Strukturwandels sind in den letzten Jahrzehnten viele kleinere Betriebe moderneren Betrieben mit großen Ackerflächen oder Viehbeständen gewichen. Die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachen wiesen 2007 eine durchschnittliche Betriebsgröße von 48,7 ha auf. Diese liegt über dem Bundesdurchschnitt von 33,1 ha. Nur ein Fünftel der Betriebe ist kleiner als 10 ha. 58 % der Betriebe werden von Haupterwerbslandwirten geführt, die 85 % aller Betriebsflächen bewirtschaften.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Ostfriesland bildet einen Schwerpunkt in der Milchverarbeitung; dagegen haben die Zuckerfabriken ihre Standorte nördlich des Harzes. Obst und Gemüse werden südlich von Hamburg und in der Lüneburger Heide verarbeitet. An der Küste befinden sich mehrere Fischfabriken. Die Großbrauereien haben ihre Standort u. a. in Bremen, Jever, Hamburg, Hannover, Braunschweig, Wittingen und Einbeck.
H. Kiegel

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