Landwirtschaft

Landwirtschaft

978-3-14-100753-4 | Seite 7 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Landwirtschaft |  | Landwirtschaft | Karte 7/1

Informationen

Obwohl fast drei Viertel der Fläche landwirtschaftlich genutzt werden, ist Schleswig-Holstein kein Agrarland. Zwar ist der Produktionsanteil der Landwirtschaft (einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei) höher als im Bundesdurchschnitt, doch trägt der primäre Sektor nur etwa 1,5 % zum Bruttoinlandsprodukt Schleswig-Holsteins bei. Der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Erwerbspersonen liegt mit 3,2 % ebenfalls über dem Mittelwert des Bundesgebiets. Die durchschnittliche Betriebsgröße hat sich seit 1949 nahezu verdreifacht und stieg von knapp 19 ha auf 59 ha. Die Zahl der Betriebe hat sich dagegen kontinuierlich verringert auf gegenwärtig rund 17 600, wovon etwa 60 % Haupterwerbsbetriebe sind. Sowohl bei der Betriebszahl als auch bei der Fläche überwiegen die Futterbaubetriebe, die Milchkühe halten oder Rinder mästen. Der Rohstoff Milch wird zum überwiegenden Teil in heimische Meiereien weiterverarbeitet und veredelt.

Milchwirtschaft und Weizenanbau
Mit seinem maritimen Klima und den fruchtbaren Böden bietet das Land "zwischen den Meeren" ideale Voraussetzungen für die pflanzliche Produktion. Während in den Marschen, aber vor allem im östlichen Hügelland ein Großteil der Fläche als Ackerland (63 %) genutzt wird, ist auf dem Mittelrücken der Anteil des Dauergrünlands (37 %) besonders hoch. Die Milch- und Rinderwirtschaft in Verbindung mit Futteranbau konzentriert sich vor allem auf die Marsch und die angrenzenden Geestgebiete, die Schweinezucht auf das östliche Hügelland. Grundsätzlich gehört Schleswig-Holstein zu den Regionen mit relativ wenigen Schweinen. Auch Hühner und Schafe haben in der Viehzucht nur eine geringe Bedeutung.
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Anbauprodukte sind Winterweizen sowie Raps, Silomais, Gerste und Hafer, Zuckerrüben, Kartoffeln und verschiedene Sonderkulturen. Das Hauptanbaugebiet der Obstkulturen liegt in den Elbmarschen westlich von Hamburg. Das "Alte Land" am Südufer der Unterelbe, das teilweise zu Hamburg gehört, zählt zu den größten Obstbaugebieten Mitteleuropas. Die Vier- und Marschlande sind Hamburgs Blumen- und Gemüsegarten. Der Kreis Dithmarschen ist das größte geschlossene Kohlanbaugebiet Deutschlands. Im Kreis Pinneberg befindet sich ein Schwerpunkt der Baumschulbetriebe. Forst- und Holzwirtschaft spielen in Schleswig-Holstein eher eine untergeordnete Rolle. Wald bedeckt nur 10 % der Landesfläche: Damit ist Schleswig-Holstein das waldärmste Flächenland Deutschlands. Die Verteilung der überwiegend kleinflächig strukturierten Waldareale weist zudem eine starkes Süd-Nord-Gefälle auf. Die Schwerpunkte der heutigen Buchen- und Laubmischwälder liegen in Ostholstein und Laubenburg. Auf der hohen Geest und der Vorgeest weisen die Wälder den höchsten Anteil an Nadelbäumen auf. Die Marschen an der Westküste sind nahezu waldfrei. Die größten zusammenhängenden Wälder sind der Sachsenwald (6000 ha), der Segeberger Forst (4000 ha) und der Ricklinger Forst (2000 ha).
U. Kleinelümern

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