Landwirtschaft

Landwirtschaft

978-3-14-100752-7 | Seite 9 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Landwirtschaft |  | Landwirtschaft | Karte 9/1

Informationen

Aufgrund ihres Mittelgebirgscharakters eigenen sich weite Teile Baden-Württembergs hervorragend für die Viehwirtschaft. Dagegen unterliegen die Tallagen mit ihrem günstigen Klima einer intensiven ackerbaulichen Nutzung.
Wie in ganz Deutschland hat die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft in Baden-Württemberg in den letzten Jahren abgenommen. Während 1970 im früheren Bundesgebiet noch rund 9 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei beschäftigt waren, waren es 2006 nur noch knapp 2,2 %. Aufgrund des starken Strukturwandels sind in den letzten Jahrzehnten viele kleinere Betriebe moderneren Betrieben mit großen Ackerflächen oder Viehbeständen gewichen.

Pflanzliche Produktion
Im Jahr 2007 wurden 58,1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Baden-Württembergs als Ackerland genutzt. Fast 65 % der rund 835 000 Mio. ha Ackerlandflächen wurden mit Getreide bestellt, davon mehr als drei Viertel mit Weizen und Gerste. Regionale Schwerpunkte des Ackerbaus sind der Kraichgau und das Neckartal, das Bauland und die Hohenloher Ebene, das Oberrheinische Tiefland sowie das Bodenseegebiet.
Die aus Löss entwickelten Böden des Kraichgaus und des Neckartals zählen zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands. Hier werden neben Getreide und Zuckerrüben auch Wein und Obst angebaut. Der Wein- und Obstbau hat einen weiteren Schwerpunkt im Oberrheinischen Tiefland am Fuß des Schwarzwaldes und am Kaiserstuhl. Der Rebflächen nehmen mit 23 900 ha immerhin 1,7 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Baden-Württemberg ein. Am Bodensee wird neben Wein und Obst auch Hopfen angebaut.
In den höheren Lagen der Mittelgebirge dominiert eine forstwirtschaftliche Nutzung.

Viehhaltung
Im Jahr 2007 wurden in Baden-Württemberg 38,4 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Dauergrünland genutzt. Die regionalen Schwerpunkte der Rinderwirtschaft liegen in Oberschwaben und östlich von Stuttgart. Von den rund 1 Mio. Rindern im Jahr 2007 waren 362 000 Milchkühe. Die Schwerpunkte der Schweinehaltung liegen im Raum Ulm und in der Hohenloher Ebene. 2007 umfasste der Schweinbestand Baden-Württembergs 2,24 Mio. Tiere.

Betriebsstrukturen
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg wiesen 2007 eine durchschnittliche Betriebsgröße von 23,4 ha auf. Diese liegt unter dem Bundesdurchschnitt von 33,1 ha. Fast ein Drittel aller Betriebe ist kleiner als 10 ha; diese Betriebe stellen zusammen lediglich 6,5 % der gesamten Betriebsfläche. Die Mehrzahl der Betriebe sind Nebenerwerbsbetriebe. Lediglich 36,5 % der Betriebe werden von Haupterwerbslandwirten geführt, die 69,3 % aller Betriebsflächen bewirtschaften.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie hat ihre Schwerpunkte in der Nähe der jeweiligen Produktionsstandorte. In allen Weinbaugebieten befinden sich Großkellereien. Der Südosten Baden-Württembergs bildet den Schwerpunkt der Milchverarbeitung.
H. Kiegel

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