Landwirtschaft

Landwirtschaft

978-3-14-100751-0 | Seite 9 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.500.000
Landwirtschaft |  | Landwirtschaft | Karte 9/1

Informationen

Die natürlichen Bedingungen Bayerns sind für die landwirtschaftliche Nutzung überwiegend gut. In weiten Teilen sind die Winter mild und die Sommer feuchtwarm. Während in den flacheren Bereichen Ackerbau dominiert, wird in den Mittelgebirgen und den Alpen Viehwirtschaft betrieben.
Wie in ganz Deutschland, hat die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft in Bayern in den letzten Jahren abgenommen. Aufgrund des starken Strukturwandels sind in den letzten Jahrzehnten viele kleinere Betriebe moderneren Betrieben mit großen Ackerflächen oder Viehbeständen gewichen. Dennoch bilden die vielen Familienbetriebe bis heute das Rückgrat der bayerischen Landwirtschaft.

Pflanzliche Produktion
Im Jahr 2007 wurden 64,4 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Bayerns als Ackerland genutzt. Fast 57 % der rund 2,1 Mio. ha Ackerlandflächen wurden mit Getreide bestellt, davon fast zwei Drittel mit Winterweizen und Wintergerste. Die zunehmende Bedeutung von Winterweizen und Wintergerste geht auf Züchtungsfortschritte und neue Entwicklungen in den Bereichen Düngung und Pflanzenschutz zurück. Auf mehr als einem Fünftel der Ackerflächen wurden Futterpflanzen angebaut.
Die besten Böden gibt es in Mainfranken und im Gäuboden; hier werden neben Getreide auch Zuckerrüben angebaut. Der restliche Ackerbau verteilt sich auf das nördliche Alpenvorland und die gerodeten Abschnitte der Mittelgebirge.
In der Hallertau liegt das weltweit größte Hopfenanbaugebiet. Im Jahr 2005 lieferte es rund 83 % des deutschen Hopfens und 29 % des Weltmarktes. Zwischen 2005 und 2008 vergrößerte sich die Anbaufläche um 1460 ha auf fast 15 700 ha.
Die Höhenlagen der Mittelgebirge werden forstwirtschaftlich genutzt.

Viehhaltung
Über ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche dient als Dauergrünland. Von den 3,5 Mio. Rindern im Jahr 2007 waren 1,2 Mio. Stück Milchkühe. Bayern verfügt über 30 % der deutschen Milchkühe. Der regionale Schwerpunkt der Milcherzeugung liegt im Allgäu. 2007 betrug der Schweinebestand Bayerns 3,7 Mio. Stück. Regionale Schwerpunkte der Schweinehaltung bilden das nördliche Alpenvorland und Mittelfranken.

Betriebsstrukturen
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern wiesen im Jahr 2007 eine durchschnittliche Betriebsgröße von 25 ha auf. Diese liegt unter dem Bundesdurchschnitt von 33,1 ha. Rund 31 % aller Betriebe sind kleiner als 10 ha, weitere 24 % haben eine Betriebsfläche von 10—20 ha. 46,4 % der Betriebe werden von Haupterwerbslandwirten geführt, die 73 % aller Betriebsflächen bewirtschaften.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie hat ihre Schwerpunkte in der Nähe der jeweiligen Produktionsstandorte. Das Allgäu bildet einen Schwerpunkt der Milchverarbeitung. Weitere Milchverarbeitungsbetriebe finden sich in der Nähe von München. In Mainfranken und dem Gäuboden liegen die Standorte der Zuckerindustrie, in Mainfranken auch der Obst- und Gemüseverarbeitung. Eine besondere Stellung nehmen die zahlreichen Großbrauereien ein, die ihre Standorte u. a. in München, Erding, Nürnberg und Kulmbach haben.
H. Kiegel

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