Landgewinnung/Küstenschutz

Küstenlandschaften/Küstenformen

100750 | Seite 24 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 200.000
Landgewinnung/Küstenschutz |  | Küstenlandschaften/Küstenformen | Karte 24/3

Informationen

Die Marsch Süd-Dithmarschens untergliedert sich in die östliche alte Marsch (Sietland: niedrigeres und des-halb nasseres Marschland) und in die westlich daran anschließende junge Marsch. Die Grenze wird etwa durch die durch Marne verlaufende Bundesstraße markiert.
Die zunehmende Erschließung als Wirtschafts- und Siedlungsraum (Landgewinnung) zwang die Menschen bereits im Mittelalter, der Gefährdung durch das Meer zu begegnen. Die erste Maßnahme war das Aufwerfen des Bodens zu als Wurten oder Warften bezeichneten Wohnhügeln. Im 11. Jahrhundert wurden die Dorfwurten durch einen ersten Deich miteinander verbunden, dessen Verlauf durch die heutige B5 markiert wird (Dorfnamen auf "-wurth"). Danach erfolgte die Erschließung des Sietlandes in genossenschaftlicher Zusammenarbeit mehrerer Familien (Dorfnamen auf "-husen"). Bis zum 17. Jahrhundert wurde das eingedeichte Land um drei Kilometer nach Westen vorverlegt. Die Jahresdaten und Namen der Köge zeigen die Entwicklung vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und spiegeln die jeweilige Landeshoheit (Königreich Dänemark, Deutsches Kaiserreich) wider. Die Köge des 20. Jahrhunderts gaben der Küste den heutigen Verlauf.
An der Entwicklung des Deichbaus zeigt sich die Anpassung der Bauweise an die natürlichen Herausforderungen. Erhöhung, Verbreiterung und Abflachung der Deichprofile zum Schutz vor Erosion ließen die Deiche immer sicherer, den Deichbau aber auch immer aufwendiger werden. Dem Zweck der Deichverkürzung diente der Bau des jüngsten Kooges (Speicherkoog Dithmarschen), dessen 14,9 Kilometer langer Seedeich die 7 Kilometer landeinwärts verlaufende alte Deichlinie um 15,7 Kilometer verkürzt. Das 48 km² große Gebiet des Speicherkoogs soll bei Hochwasser und geschlossenen Sieltoren das Süß- und Regenwasser des Hinterlandes aufnehmen und so die Entwässerung verbessern. Eine landwirtschaftliche Nutzung ist nicht vorgesehen.
1982 wurde im Kaiser-Wilhelm-Koog die erste Großwindanlage (GROWIAN) gebaut. Nach missglückter Bewährungsprobe wurde sie stillgelegt und 1988 demontiert. Stattdessen wurden nach 1987 kleinere Windanlagen (KLEWIAN) installiert (erster Windenergiepark in Deutschland). Heute sind die Köge Vorzugsstandorte für die Windenergienutzung. Allein in den sieben dargestellten Kögen stehen mehr als 100 Windenergieanlagen mit Einzelleistungen von bis zu zwei Megawatt.
D. Tiedemann, K. Weber

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Die Entstehung der Gezeiten

In dieser interaktiven Animation wird die Entstehung der Gezeiten gezeigt. Je nach Stellung von Sonne und Mond kann auf der Karte der entsprechende Wasserstand abgelesen werden.
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Graphiken

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Landverluste an der Nordseeküste in den letzten 10000 Jahren

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Lahnungen im Wattenmeer

Sie dienen dem Küstenschutz und der Neulandgewinnung.
Foto: V. Kaminske, Pfinztal
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Salzwiese mit blühendem Strandflieder

Foto: Nationalparkamt, M. Stock
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Wattwandern am Westerhever Leuchtturm in Schleswig-Holstein

Foto: Nationalparkamt, M. Stock
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Schafe im Koog

Foto: Nationalparkamt, M. Stock
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Ranger bei der Vogelzählung im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Das Wattenmeer ist ein wichtiges Rast- und Brutgebiet für Wat- und Wasservögel.
Foto: Nationalparkamt, M. Stock
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Sandwatt

Foto: Nationalparkamt, M. Stock
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