Landeshauptstadt Wiesbaden

Kultur

978-3-14-100756-5 | Seite 11 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 17.500
Landeshauptstadt Wiesbaden |  | Kultur | Karte 11/2

Informationen

In der Antike wurde Wiesbaden erstmals erwähnt. Die Römer entdeckten die heißen Quellen der Region für sich, bereits im Jahr 77 wurden sie von Plinius dem Älteren beschrieben. Die bedeutendste Zeit der Stadt begann 1806, als Wiesbaden Hauptstadt des Herzogtums Nassau wurde. Obwohl es nur sechs Jahrzehnte später den Status als Residenz verlor, dauerte die wirtschaftliche Entwicklung, u. a. als Kurort und Verwaltungszentrum, an. Für Wiesbadens Popularität sorgte Kaiser Wilhelm II. (1859—1941), der regelmäßig seine Sommer dort verbrachte. Adlige und Wohlhabende taten es ihm gleich, repräsentative Häuser entstanden und die Stadt beheimatete mehr Millionäre als irgendeine andere Stadt im Deutschen Reich. Im Zweiten Weltkrieg blieb Wiesbaden von Bombenangriffen weitgehend verschont, sodass sich das Zentrum heute in großen Teilen als einheitliches Ensemble präsentiert.

Funktionale Gliederung
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wiesbaden durch die Präsenz der USA geprägt, die bis 1973 dort sogar ihr Europahauptquartier der Air Force eingerichtet hatten. 1945 wurde es zur Hauptstadt des Provisoriums Groß-Hessen, im Jahr darauf zur Hauptstadt Hessens bestimmt und behauptete sich damit gegen die möglichen anderen Kandidaten Frankfurt am Main, Kassel und Darmstadt.
In der Innenstadt finden sich diverse Standorte von Institutionen der Landesregierung, darunter die Staatskanzlei, der Landtag, das Justizministerium, das Kultusministerium, das Wissenschaftsministerium, das Finanzministerium, das Innenministerium, das Wirtschaftsministerium und das Umweltministerium. Wiesbaden ist außerdem Sitz von Institutionen des Bundes: Die Karte zeigt im Süden die Lage des Statistischen Bundesamtes, außerhalb des Ausschnitts liegt im Norden das Bundeskriminalamt.
Wiesbadens City liegt einige Hundert Meter nördlich des Hauptbahnhofs. Das Hauptgeschäftszentrum gruppiert sich geschlossen um einige Straßenzüge, die mit der Hauptachse Kirchgasse/Langgasse als Fußgängerzone angelegt sind. Acht große Parkhäuser und ein dichtes Netz von Busstationen garantieren die gute Erreichbarkeit des Zentrums.
Das Gebiet der mittelalterlichen Stadt liegt im sogenannten Historischen Fünfeck, das im Westen von der Schwalbacher Straße, im Norden von der Röderstraße und der Taunusstraße, im Osten von der Wilhelmstraße und im Süden von der Rheinstraße begrenzt wird. In seinem Kern liegt der Schlossplatz. Hier stehen mit dem 1608—10 erbauten Alten Rathaus das älteste erhaltene Gebäude der Stadt und das Stadtschloss, in dem heute der Hessische Landtag residiert. Der nordöstliche Teil des Historischen Fünfecks wird vom Quellenviertel eingenommen, dem traditionellen Kurviertel, das sich um die Thermalquellen entwickelt hat und heute besonders Ansprüchen des gehobenen Bedarfs gerecht wird. Direkt benachbart ist der Kurpark mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Kurhaus, in dem das Spielcasino liegt und regelmäßig kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden. Weitere bedeutende Kulturbetriebe in Wiesbadens Innenstadt sind das Hessische Staatstheater, die Rhein-Main-Hallen und das 2006 sanierte Museum mit seinen naturwissenschaftlichen und Kunstsammlungen. Nordöstlich des Zentrums liegen die Einrichtungen des modernen Kurbetriebs.
D. Falk

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