Landeshauptstadt Saarbrücken - Innenstadt

Saarland

978-3-14-100757-2 | Seite 13 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 15.000
Landeshauptstadt Saarbrücken | Innenstadt | Saarland | Karte 13/1

Informationen

Erst seit einem Jahrhundert ist Saarbrücken eine Großstadt mit mehr als 100 000 Einwohnern: 1909 schlossen sich die Städte Saarbrücken, Sankt Johann und Malstatt-Burbach zusammen. Saarbrückens Wurzeln gründen weitaus tiefer. Aus dem Jahr 999 stammt die erste urkundliche Erwähnung. Damals erhielten die Bischöfe von Metz eine Burg zum Geschenk, das "castellum Sarabrucca". Heute ist Saarbrücken mit seinen 176 000 Einwohnern hinter Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) und Potsdam (Brandenburg) die kleinste Hauptstadt eines deutschen Bundeslandes.

Stadtentwicklung
Ab dem 11. Jahrhundert entwickelte sich im Umkreis der Burg eine Siedlung. So entstand am Südufer der Saar Alt-Saarbrücken, am Nordufer lag das Fischerdorf St. Johann. 1321 wurden beide mit dem Stadtrecht bedacht, was sie seitdem miteinander verbindet. Um diese Einigung zu bestärken, wurde ab 1546 die Alte Brücke errichtet, die heute die älteste Brücke des Saarlandes ist und nur noch von Fußgängern überquert werden darf.
Das 17. Jahrhundert erlebte Saarbrücken als eine Epoche mit extremen Höhe- und Tiefpunkten: 1617 wurde das Renaissance-Schloss erbaut, doch durch den Dreißigjährigen Krieg konnte sich kein Prunk entfalten. Stattdessen ging bis 1637 die Zahl der einstmals über 4000 Saarbrücker auf 70 zurück. Vier Jahrzehnte später musste die Stadt dem Französisch-Niederländischen Krieg Tribut zollen: Nach ihrer Zerstörung ließen sich die intakten Häuser an den Fingern von zwei Händen abzählen.
Der Aufschwung kam in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem Zusammenspiel des Steinkohlenbergbaus und eisenverarbeitender Betriebe, die die Region zu einem frühen Zentrum der Schwerindustrie werden ließen. Die Stadt erblühte im Stil des Barocks.
Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts begann ein dauernder Wechsel: Saarbrücken und das Saarland gerieten an Frankreich, nach dem Wiener Kongress 1815 an Preußen, 1919 unter die Verwaltung des Völkerbundes und nach einer Abstimmung 1935 an Deutschland. 1947 wurde das Saarland zwar autonom, zählte in wirtschaftlicher Sicht aber zu Frankreich. Ein Jahrzehnt später wurde das Saarland dann ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland, ab 1959 auch mit allen wirtschaftlichen Belangen.
Die Geschichte machte sich im Stadtbild bemerkbar: Während der Industrialisierung war der Siedlungsraum so sehr zusammengewachsen, dass 1909 ein großes Saarbrücken beschlossen wurde. Während des Zweiten Weltkriegs zerstörten Bombenangriffe vor allem Alt-Saarbrücken, das in der Folgezeit wieder neu erstand.

Struktur der Innenstadt
Die Saar trennt Saarbrückens Innenstadt in zwei Teile: Im Norden liegt das Hauptgeschäftszentrum, das sich vom Hauptbahnhof bis zum Staatstheater ausbreitet. Als Hauptachse fungiert die in den 1990er-Jahren zur Fußgängerzone umgestaltete Bahnhofstraße. Auf der anderen Flussseite dominiert die Landeshauptstadt. Direkt am Ufer liegen in einem zusammenhängenden Komplex u. a. der Landtag, das Justizministerium, das Innenministerium sowie das Arbeits- und Sozialministerium.
Für die Zukunft ist das Projekt "Stadtmitte am Fluss" geplant, das Saarbrückens Zweiteilung relativieren soll. Im Fokus steht dabei die Stadtautobahn A 620, deren Lärm die Lebens- und Aufenthaltsqualität erheblich mindert. Vorgesehen ist deshalb ein 1,5 km langer Tunnel. Zusätzlich soll die gegenüberliegende Berliner Promenade zu einer qualitativ hochwertigen Flaniermeile aufgewertet werden.
D. Falk

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren