Landeshauptstadt Kiel

Landeshauptstadt

978-3-14-100753-4 | Seite 8 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 20.000
Landeshauptstadt Kiel |  | Landeshauptstadt | Karte 8/3

Informationen

Die heutige Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins wurde vermutlich 1233 unter dem Grafen Adolf Albrecht IV. von Holstein aus dem Hause Schauenburg angelegt und erhielt 1242 lübisches Stadtrecht. Angesichts der geschützten Lage an der Kieler Förde, einer rund 17 km weit ins Land hineinragenden schmalen Meeresbucht der Ostsee, waren Seefahrt und Handel für die Stadt stets von großer Bedeutung. Doch stand die Hafenstadt, von 1284 bis 1554 Mitglied der Hanse, stets im Schatten von Lübeck und Hamburg.

Auf dem Weg zur Großstadt
Kiels Aufschwung begann erst, nachdem die über lange Zeit von Dänemarks Politik bestimmte Kleinstadt 1867 endgültig preußisch und mit der deutschen Reichsgründung 1871 zum Reichskriegshafen erklärt wurde. Der Marine folgten zahlreiche Werften, die sich am Ostufer der Innenförde ansiedelten. Innerhalb weniger Jahrzehnte wuchs Kiel zu einer militärisch und industriell geprägten Großstadt heran: Die Einwohnerzahl verzehnfachte sich durch Zuwanderung und Eingemeindungen von 1855 bis 1905 auf 160 000 und stieg bis 1914 auf 240 000 an. Der für Deutschland verlorene Erste Weltkrieg und der Versailler Friedensvertrag führten die Stadt in die wirtschaftliche Katastrophe. Während des Dritten Reichs standen Kiels Großwerften jedoch erneut im Dienst der Kriegsmarine und wurden zu einem vorrangigen Ziel alliierter Luftangriffe. Rund 80 % der Stadt mit Hafen, Industrie- und Werften wurden zerstört oder von der britischen Besatzungsmacht anschließend gesprengt bzw. demontiert. Erst Ende der 1950er-Jahre konnte sich die Wirtschaft von den Kriegsfolgen erholen.

Aufbau durch Neubau
Nach dem Krieg wurde die Innenstadt neu aufgebaut. Nur am Westufer der Innenförde ist der alte Stadtkern noch zu erkennen, deren Hauptstraßen ihrem mittelalterlichen Verlauf folgen. Die ehemalige Hauptverkehrsachse zwischen Alt- und Vorstadt, die Holstenstraße wurde 1953 in eine der ersten Fußgängerzonen Deutschlands umgewandelt. Von der historischen Bebauung der Altstadt ist nur wenig übrig geblieben. Vom Franziskanerkloster (1242 erste urkundliche Erwähnung), der Nikolaikirche (Baubeginn 1242) und dem Alten Rathaus (1300) am Markt sind lediglich Teile erhalten. Das Schloss wurde 1960 bis auf den Westflügel abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Im Warleberger Hof (1616) ist heute das Stadtmuseum untergebracht.
Wahrzeichen der Stadt ist der 106 m hohe Turm des Neuen Rathauses (1907—11), das gegenüber dem Opernhaus (1905—07) am Kleinen Kiel errichtet wurde. Der zweigeteilte Binnensee ist das Überbleibsel eines die Altstadt halbkreisförmig umschließenden Fördearms. Prägend für das Stadtbild sind die Kaianlagen beiderseits der Förde, an denen Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt, Fährschiffe nach Skandinavien und Frachtschiffe nach Russland festmachen. An die westlichen Hafenanlagen schließt sich die langgezogene Uferpromenade an. Sie führt vorbei an dem Klinikum der bereits 1665 gegründeten Christian-Albrechts-Universität, dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, dem Landeshaus (Sitz des Landtages) und den Ministerien der Landesregierung. In Höhe des Düsternbrooker Sporthafens, Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe 1936, geht diese sogenannte Kiellinie über in das Hindenburgufer, das bis zu dem am Nord-Ostsee-Kanal gelegenen Stadtteil Wik führt. Der Tirpitzhafen ist Stützpunkt der Deutschen Marine und Heimathafen des Segelschulschiffs Gorch Fock.
U. Kleinelümern

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