Kulturstadt Weimar

Kultur

978-3-14-100762-6 | Seite 12 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 15.000
Kulturstadt Weimar |  | Kultur | Karte 12/1

Informationen

Von Thüringens wie auf einer Perlenschnur aufgereihten historisch bedeutenden Städten ist Weimar mit 65 000 Einwohnern nach Eisenach und Gotha die kleinste. Übertroffen wird sie von den Großstädten Jena, Gera und der Landeshauptstadt Erfurt. In der Kultur spielt die "Stadt der Klassik" jedoch deutschlandweit eine herausragende Rolle.

Zentrum der Kultur
Erst 1410 wurden Weimar die Stadtrechte verliehen, was sie in Deutschland zu einer relativ jungen Stadt macht. Der wesentliche Impuls, um Weimar aus der Bedeutungslosigkeit zu führen, kam Mitte des 16. Jahrhunderts, als es Johann Friedrich der Großmütige, Herzog von Sachsen, zur Residenz und Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar bestimmte.
Mit dem "Goldenen Zeitalter" trug sich Weimar in das Buch der deutschen Kulturgeschichte ein: Johann Wolfgang von Goethe lebte dort von 1782 bis zu seinem Tod 1832 und Friedrich Schiller zog es 1799 in die Stadt. Auch andere Klassiker wie Christoph Martin Wieland und Johann Gottfried Herder wirkten in Weimar. Im darauf folgenden Jahrhundert zog es u. a. den Musiker Franz Liszt und den Philosophen Friedrich Nietzsche in die Stadt.
Im 20. Jahrhundert wurde der Name Weimar mit dem dort 1919 gegründeten Bauhaus in Verbindung gebracht. Im selben Jahr versammelte sich im Deutschen Nationaltheater eine Delegation, die die Verfassung einer Demokratie ausarbeitete, die als "Weimarer Republik" legendär geworden ist.
1999 wurde dieser Kulturgeschichte Rechnung getragen und Weimar für ein Jahr zur Kulturhauptstadt Europas erhoben. Nachhaltiger war die Entscheidung der UNESCO, die bereits 1996 die Bauhaus-Erinnerungsstätten und 1998 das "Klassische Weimar" zum Weltkulturerbe erklärte. Zu den insgesamt elf gewürdigten Stätten zählen u. a. die Wohnhäuser von Goethe und Schiller sowie die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek.

Struktur der Innenstadt
Der Kern der Innenstadt erstreckt sich wenige Hundert Meter südlich des Bahnhofs von Weimar. Das Geschäftszentrum beschränkt sich auf wenige Straßen, die als Fußgängerzone gestaltet sind. Ein zentraler Punkt ist das Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater. Von dort sind alle wesentlichen Museen und Kultureinrichtungen bequem zu Fuß zu erreichen, so das Bauhaus-Museum, das Goethe-Nationalmuseum und die Kunsthalle Weimar.
Umrahmt wird der bebaute Bereich im Norden vom Weimarhallenpark und im Osten vom weitläufigeren Park an der Ilm. Dort liegt auch Goethes Gartenhaus, das ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt.
Einige Institutionen des Landes Thüringen haben ihren Sitz in Weimar, darunter der Verfassungsgerichtshof, das Thüringische Hauptstaatsarchiv und das auf der Karte verzeichnete Landesverwaltungsamt auf halbem Weg zwischen Bahnhof und Stadtkern.
D. Falk

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