Kronplatz - Wanderkarte

Wanderkarte – Kronplatz

978-3-14-100782-4 | Seite 13 | Abb. 3
Kronplatz | Wanderkarte | Wanderkarte – Kronplatz | Karte 13/3

Informationen

Bei einer Karte im Schulatlas ist es wichtig, Details zu reduzieren, sie den didaktischen Erfordernissen anzupassen und so die gewünschte Aussage auf das Wesentliche zu fokussieren. Bei anderen Kartentypen sind Reduktion und Generalisierung gerade nicht gefragt. Ein solcher Kartentyp ist die Wanderkarte.

Schwerpunkt Wintertourismus
Das Beispiel Kronplatz südöstlich von Bruneck im Pustertal zeigt diese Unterschiede auf. Wie viele Wanderkarten beruht auch diese auf einer topographischen Karte im Maßstab 1 : 25 000. Bereits ohne die ergänzenden Informationen finden sich auf topographischen Karten wichtige Angaben für Wanderer und Skifahrer. So lässt sich anhand der Höhenlinien die Steigung einschätzen und die Bodenbedeckung gibt Anhaltspunkte zum Schwierigkeitsgrad einer Wander-, Kletter- oder Skitour. Deutlich wird das etwa im Süden, wo sich die Felsregion der Gipfel Piz da Peres und Dreifingerspitz vom nördlich anschließenden Wald absetzt. Dort liegt der Naturpark Fanes-Sennes-Prags, dessen in der Karte verzeichnete Nordgrenze nicht von der touristischen Infrastruktur überschritten wird.
Die Fotos oberhalb der Karte geben einen Eindruck von der Landschaft: Das Bergdorf Geiselsberg findet sich am östlichen Rand des Kartenausschnitts. Die gezeigte Skipiste im Herbst findet in der Karte dort ihre Entsprechung, wo Schneisen im Wald zu erkennen sind – gut markiert durch den Verlauf der zahlreichen Aufstiegshilfen. Zwergstrauchheiden gedeihen oberhalb der Baumgrenze. Südöstlich des Kronplatz-Gipfels ist der Übergang vom geschlossenen Wald über Einzelbäume bis zur baumlosen Vegetation gut zu erkennen. Um eine Wanderung oder Skitour gut planen zu können, sind die über die topographischen Inhalte hinaus reichenden Einträge von Bedeutung: Für die meisten Besucher werden die drei Parkplätze an der Provinzstraße als Startpunkt wichtig sein. Die sternförmig auf den über 2200 m hohen Kronplatz führenden Kabinenbahnen und Sessellifte zeigen deutlich, dass der Gipfel das interessanteste Ziel der Region ist. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Wintertourismus. Nur eine Kabinenbahn ist auch während der Sommersaison in Betrieb. Saisonale Unterschiede zeigen sich auch bei den Hütten, Jausenstationen und Einkehralmen, die im Winter durch neun zusätzliche Jausenstationen ergänzt werden.
Das Netz der Wanderwege ist auf jeden Schwierigkeitsgrad ausgerichtet. Die markierten Wege führen über Straßen, Saumpfade und Steige. Zusätzlich sind unmarkierte Steige ausgewiesen, die nur von versierten Bergsteigern benutzt werden sollten. Interessierte Nutzer finden auf der Karte u. a. noch Hinweise auf Quellen oder Bildstöcke.
In der Gesamtheit zeigt sich bei einer Wanderkarte, dass die anfangs unübersichtliche Vielfalt an Informationen von Vorteil ist und je nach Ansprüchen gefiltert werden muss.

Dietmar Falk