Kongobecken - Landwechselwirtschaft der Nkundu-Bantus

Afrika - Landwirtschaft/Desertifikation

978-3-14-100700-8 | Seite 134 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 50.000
Kongobecken | Landwechselwirtschaft der Nkundu-Bantus | Afrika - Landwirtschaft/Desertifikation | Karte 134/3

Überblick


Das Dorf Lusako liegt inmitten des tropischen Regenwaldes im Kongobecken und abseits von anderen Siedlungsräumen der D.R. Kongo. Dennoch führen die dortigen Bewohner, die Nkundu-Banthus, kein völlig abgeschiedenen Leben.
Über den nahe gelegenen Fluss können während der ersten Jahreshälfte weitere Orte erreicht werden. Auch ein Fußweg zum nächstgelegenen Ort Bensenge ermöglicht den Nkundu-Banthus viele wirtschaftliche und soziale Kontakte. So sind sie nicht gänzlich von der Umwelt abgeschnitten, trotz schlecht befahrbarer Straßen und einer beschränkten Befahrbarkeit des Flusses.

Ackerbau in den Tropen
Die Nkundu Banthus leben überwiegend vom Fischfang und dem Ackerbau. Die Landnutzung in der Umgebung des Dorfes zeigt typische Merkmale einer Landwechselwirtschaft (shifting cultivation). Die Bandbreite der Feldfrüchte reicht von Maniok über Kochbananen bis hin zu Ölpalmen und tropischem Blattgemüse.
Aufgrund der häufigen Regenphasen in den Tropen, werden die wertvollen Nährstoffe im Boden im Lauf der Zeit weggeschwemmt. Die Äcker werden bei nachlassender Fruchtbarkeit meist schon nach wenigen Anbauzyklen aufgegeben. Sie fallen brach, verbuschen und entwickeln sich zu einem tropischen Sekundärwald.
Wird neues Land benötigt, geschieht dies durch das Roden und Abbrennen von tropischem Sekundär- oder Primärwald. Da die Größe der Äcker gering ist und die Provinz dünn besiedelt, sind gravierende Folgen für die Umwelt jedoch nahezu ausgeschlossen.

M. Felsch, J. Seibel

Info Plus

Das Dorf Lusako liegt inmitten tropischen Regenwaldes im Kongobecken. Der nächste größere Ort ist Boende (siehe Karte 140; Lokalisierung zum Beispiel anhand der Gradnetzangaben möglich). Es liegt zwar peripher in Bezug auf die Siedlungsräume der D. R. Kongo, zeigt aber keinesfalls den Lebensraum einer Bevölkerungsgruppe, die als "Naturvolk" in Subsistenzwirtschaft und weitgehend ohne sozioökonomische Beziehungen zum regionalen Umfeld lebt. Darauf lassen im Kartenbild zum Beispiel die Erreichbarkeit benachbarter Orte über den Fluss, dem während der christlichen Missionierung schon belgische Trappisten folgten, und der Fußweg nach Bensenge schließen. Dennoch ist die Erreichbarkeit schlecht (Einschränkungen der Befahrbarkeit des Luilaka; keine Erreichbarkeit des Ortes auf befahrbaren Straßen).
Die Wirtschaft wird Fischfang und Landwirtschaft (evtl. Jagd) geprägt. Die Landnutzung in der Umgebung des Dorfes zeigt typische Merkmale der Landwechselwirtschaft. Aufgrund der besonderen Bodenverhältnisse, die typisch für die feuchten Tropen ist, werden Äcker bei nachlassender Bodenfruchtbarkeit, meist schon nach wenigen Anbauzyklen, aufgegeben. Sie fallen brach, beginnen nach zwei Jahren zu verbuschen und entwickeln sich nach und nach zu tropischem Sekundärwald. Wird neues Land benötigt, geschieht dies durch Roden und Abbrennen von Sekundär- oder Primärwald. Die Ruhezeit zwischen zwei Anbauzyklen beträgt bis zu 20 Jahre. Da die Größe der Äcker gering ist und die Provinz dünn besiedelt, ergeben sich aus dieser Form der Landbewirtschaftung keine gravierenden ökologischen Konsequenzen.
Der Anbau der Nutzpflanzen erfolgt in Mischkultur. Langfristig genutzte Bäume und Stauden (Ölplame, Banane) sind vor allem in der unmittelbaren Umgebung der Siedlung zu finden.
M. Felsch

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Tagessumme der Niederschläge in Kisangani (D.R. Kongo)

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Klimadiagramm von Kisangani (D.R.Kongo)

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