Klimawandel im 21. Jahrhundert

Erde - Klimadynamik

978-3-14-100700-8 | Seite 232 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 180.000.000
Klimawandel im 21. Jahrhundert |  | Erde - Klimadynamik | Karte 232/3

Informationen

Die Karte zeigt die Veränderungen bei den Temperaturen und Niederschlägen, die durch den globalen Klimawandel zu erwarten sind. Dabei werden erhebliche regionale Unterschiede deutlich. So sehen die Modellrechnungen auf der Grundlage eines gemäßigten weiteren Anstiegs klimawirksamer Treibhausgase vor allem für die polaren Regionen der Nordhalbkugel einen besonders markanten Temperaturanstieg voraus. Dort wird bis 2100 eine Zunahme der Durchschnittstemperaturen von teilweise über 7 °C prognostiziert — nicht zuletzt wegen der geringeren mittleren Schneedeckendauer und des abschmelzenden Eises. Die schnee- und eisfrei gewordenen dunklen Bodenoberflächen können sich dabei aufgrund ihrer geringeren Albedo noch stärker erwärmen. Eine solche Verstärkung der globalen Temperaturerhöhung wird als positiver Rückkopplungsprozess bezeichnet.
Im Bereich der Antarktis fällt die zu erwartende Temperaturzunahme deutlich geringer aus. Hier tragen die isolierte Lage des Kontinents und damit verbundene atmosphärische Zirkulationsbedingungen sowie die mächtigen Inlandseismassen zu einem deutlich schwächeren bzw. verzögerten Temperaturanstieg bei.
In weiten Teilen der Tropen und Subtropen sowie der Mittleren Breiten ist bis 2100 mit einem Temperaturanstieg von 3 °C bis 4 °C zu rechnen. Im Inneren der Kontinente ist der Temperaturzuwachs durch die raschere und stärkere Erwärmung von Festlandsmassen häufig um 1 °C bis 2 °C stärker als in maritim geprägten Regionen. Über den Ozeanen stellen sich durch die thermische Trägheit der Wassermassen mit verbreitet 1 °C bis 3°C die geringsten Erwärmungsraten ein. Durch eine mögliche Abschwächung des Golfstroms und der antarktischen Meeresströmungen infolge der globalen Erwärmung ist die Temperaturzunahme in diesen Regionen zum Teil auf unter 1 °C beschränkt.
Eine der wichtigsten indirekten Folgen der globalen Erwärmung ist eine regionale Differenzierung der Niederschlagsverteilung. Dabei wird für weite Teile der tropisch-subtropischen Trockengebiete wie etwa im Bereich der Sahelzone ein weiterer Niederschlagsrückgang vorhergesagt. In den mittleren und polaren Regionen werden die Niederschläge hingegen voraussichtlich zunehmen, weil mit der dort verstärkten Erwärmung ein größeres Feuchtigkeits- und damit Niederschlagspotenzial der Luftmassen einhergeht. Darüber hinaus trägt ein größerer Energiegegensatz zwischen Äquator und Polargebieten in den höheren Atmosphärenschichten zu einer verstärkten Zirkulation und Bildung von dynamischen Tiefdruckgebieten bei. Mit ihnen geht auch eine Meridionalisierung der Wetterlagen einher, durch die gerade in den Mittleren Breiten extreme Witterungserscheinungen wie Dürre- und Hitzeperioden ebenso vermehrt auftreten werden wie Hochwasser und Stürme.
A. Siegmund

Graphiken

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Mögliche Änderungen der Niederschläge

Seit über 100 Jahren lässt sich auf der Erde eine Veränderung der globalen Temperatur feststellen. Damit verbunden sind auch Veränderungen anderer Klimaelemente, z.B. der Niederschläge oder des Windes.
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Mögliche Änderungen der Temperatur

Seit über 100 Jahren lässt sich auf der Erde eine Veränderung der globalen Temperatur feststellen. Damit verbunden sind auch Veränderungen anderer Klimaelemente, z.B. der Niederschläge oder des Windes.
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"Treibhaus Erde"

Der natürliche Treibhauseffekt verhindert, dass sich die Erde zu stark abkühlt. Die Atmosphäre lässt die Strahlung der Sonne zur Erde durch. Die von der Erde zurückgestrahlte Wärme wird von der Atmosphäre jedoch zurückgehalten wie beim Glasdach eines Treibhauses. Der natürliche Treibhauseffekt verhindert, dass sich die Erde zu stark abkühlt. Die Atmosphäre lässt die Strahlung der Sonne zur Erde durch. Die von der Erde zurückgestrahlte Wärme wird von der Atmosphäre jedoch zurückgehalten wie beim Glasdach eines Treibhauses und wiederum zur Erde zurückgeworfen. Der Treibhauseffekt wird vom Menschen dadurch verstärkt, dass zum Beispiel bei Verbrennungsvorgängen Kohlendioxid in die Atmosphäre entweicht. Die Folge kann eine weltweite Zunahme der Temperaturen auf der Erde sein.
Spurengas (z.B. CO2, FCKW, N2O, O3) in der Atmosphäre, das die Sonnenstrahlung weitgehend ungehindert auf die Erde durchlässt, aber eine Rückstrahlung in den Weltraum verhindert und die Strahlung zur Erde zurückwirft.
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