Klimadiagramme

Klima

978-3-14-100754-1 | Seite 8 | Abb. 3
Klimadiagramme |  | Klima | Karte 8/3

Informationen

Die Jahresdurchschnittstemperaturen und die Jahressumme der Niederschläge werden in Niedersachen durch das Relief und durch die West-Ost-Erstreckung bestimmt.

Temperaturen im Jahr
Im flachwelligen nördlichen Teil Niedersachsens liegen die Jahresdurchschnittstemperaturen bei 8—9 °C. Nur im westlich liegenden Emsland, im südlichen Abschnitt der Weser sowie bei Wolfsburg erreichen die Temperaturen Durchschnittswerte von 9—10 °C.
Im südlichen Niedersachsen kommt am Übergang zur Mittelgebirgsschwelle der reliefbedingte Einfluss auf die Temperaturen zur Geltung. In den höheren Lagen ist der Umsatz von Sonnenenergie in fühlbare Wärme geringer, die Temperaturen sind niedriger. Darüber hinaus tragen höhere Windgeschwindigkeiten zu einem tieferen Temperaturniveau bei. In Teilen des Weserberglandes und des Leineberglandes fallen die Durchschnittstemperaturen auf 7—8 °C, im Solling auf 6—7 °C. Die tiefsten Temperaturen verzeichnen die höheren Lagen des Harzes. Das Minimum wird mit unter 4 °C zwischen dem Wurmberg — mit einer Höhe von 971 m ü. M. höchster Berg Niedersachsens — und dem in Sachsen-Anhalt liegenden Brocken (1142 m ü. m.) erzielt. Der gesamte Harz hebt sich als "Kälteinsel" mit Temperaturen von unter 7 °C von seiner Umgebung ab.

Niederschläge im Jahr
Aufgrund der geringen Höhenlage erreichen die Niederschlagswerte im nördlichen Niedersachen relativ geringe Werte. Im westlichen Abschnitt betragen sie 700—800 mm, im östlichen Abschnitt 600—700 mm. Ursache für die Abnahme der Werte von Westen nach Osten ist die wachsende Entfernung vom Atlantik und das dadurch bedingte abnehmende Niederschlagspotenzial witterungsbestimmender Tiefdruckgebiete. Im südlichen Niedersachsen macht sich der reliefbedingte Einfluss auf die Niederschläge bemerkbar. Durch die abnehmende Bodenreibung werden in größeren Höhenlagen zunehmende Windgeschwindigkeiten verursacht. Dadurch wird in der Höhe mehr Feuchtigkeit zugeführt als bei den geringeren Windgeschwindigkeiten in tieferen Lagen. In Teilen des Weserberglandes und des Leineberglandes fallen jährlich bis zu 1200 mm Niederschlag, in den Höhenlagen des Harzes bis über 1400 mm. Eine der Ursachen für die besonders hohen Niederschläge im Harz sind Staueffekte, durch die sich die feuchten Westwinde an der Westflanke des Gebirges abregnen.

Klimadiagramme
Die Klimadiagramme von Emden, Soltau, Hildesheim und Braunlage zeigen den Jahresgang von Temperatur, Niederschlag und potenzieller Landschaftsverdunstung. In Emden, Soltau und Hildesheim steigen die Temperaturen im Jahresverlauf von rund 0 °C im Winter auf ca. 18 °C im Sommer an. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen an diesen Stationen zwischen 8,4 und 8,9 °C, die Jahresniederschlagsmengen in Emden und Soltau bei 805 mm und 881 mm, in Hildesheim bei 696 mm. Die höchsten jährlichen Niederschlagsmengen weist mit 1264 mm die im Harz gelegene Station Braunlage auf. Aufgrund der Höhenlage von 607 m ü. M. erreicht die Jahresdurchschnittstemperatur hier lediglich einen Wert von 5,9 °C und die Temperaturen schwanken zwischen Werten unter dem Gefrierpunkt im Winter und etwa 15 °C im Sommer. Die zeitliche Verteilung der Niederschläge zeigt in Emden, Soltau und Hildesheim ein sommerliches Maximum und eine zweite, weniger ausgeprägte Spitze im Winter. In Braunlage fällt das Maximum dagegen im Winter.
H. Kiegel

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