Kalifornien - Landwirtschaft

Kalifornien

978-3-14-100700-8 | Seite 205 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 6.000.000
Kalifornien | Landwirtschaft | Kalifornien | Karte 205/1

Informationen

Die Karte zeigt die Vielfalt der agrarischen Landnutzung. Kalifornien steht seit vielen Jahren unangefochten an der Spitze der Bundesstaaten der USA bei der agrarischen Wertschöpfung, außerdem weist der Küstenstaat aufgrund eines anhaltenden Bevölkerungswachstums die höchste Einwohnerzahl der US-Bundesstaaten auf. Die ausufernden städtischen Agglomerationen in San Francisco und Los Angeles, vor allem aber die Landwirtschaft, benötigen viel Wasser. Die ursprünglich vorhandene Vegetation ist vielfach durch Weide ersetzt worden. Das Kalifornische Längstal ist durch eine intensive Landwirtschaft auf Bewässerungsbasis mit einer Vielzahl von angebauten Früchten geprägt. Vor allem in seinen südlichen Bereichen, die weniger als 250 Millimeter Niederschlag ausweisen, ist Pflanzenbau ohne Bewässerung unmöglich.

Die naturräumlichen Bedingungen
Um 1830 wies dieser vom Menschen noch wenig beeinflusste Raum eine weitgehend natürliche Vegetationsbedeckung auf. Die Gebirge wurden von Hartlaubgehölzen bzw. Wald eingenommen, im Südwesten und östlich des Gebirgszuges der Sierra Nevada waren aufgrund des Regenschattens Halbwüsten und Wüsten zu finden. Das Kalifornische Längstal wurde größtenteils von Strauch- und Wüstensteppe eingenommen. Ermöglicht wurden die intensive landwirtschaftliche Nutzung Kaliforniens und das starke Bevölkerungswachstum erst durch weitreichende technische Maßnahmen zur Sicherstellung der Wasserversorgung. Letztere war vor allem aufgrund der Sommertrockenheit bzw. des Steppen- und Wüstenklimas ein großes Problem, und zwar sowohl für die agrarische Nutzung als auch für die Versorgung der städtischen Räume.
Etwa 75 Prozent des in Kalifornien verfügbaren Oberflächenwassers stammen aus der Region nördlich von Sacramento, wo die Niederschläge relativ hoch sind und die Verdunstung vergleichsweise geringe Werte aufweist. Die Nachfrage konzentriert sich jedoch zu rund 80 Prozent auf das Gebiet südlich von Sacramento, wo die Niederschläge weitaus geringer sind und die Verdunstung ungleich höher ist, wodurch beträchtliche Wasserdefizite auftreten — zumal dort der Agglomerationsraum Los Angeles liegt. Zu dieser räumlichen Ungleichverteilung der Wasserressourcen kommt noch das zeitliche Auseinanderklaffen von Wasserangebot und -nachfrage. Die Wasserführung der Flüsse erreicht zwischen August und November ihr Minimum. Daher ist im Spätsommer nur ein sehr geringes Wasserangebot verfügbar, während die Nachfrage nach Bewässerungswasser in dieser Zeit besonders hoch ist.

Vielfältiger Anbau
In Kalifornien werden rund 400 verschiedene Nutzpflanzen angebaut. Der drittgrößte Bundesstaat steht bei mehr als 50 pflanzlichen und drei tierischen Erzeugnissen an der Spitze der US-amerikanischen Erzeugung. Bei einer noch differenzierteren Aufspaltung, beispielsweise zwischen Kopfsalat und Blattsalat, ist Kalifornien sogar bei mehr als 80 pflanzlichen Produkten führend.
Bei 16 pflanzlichen Erzeugnissen beträgt der Anteil Kaliforniens mindestens 90 Prozent. Dies sind Mandeln, Artischocken, Brokkoli, Sellerie, Aprikosen, Feigen, Kiwis, Nektarinen, Oliven, Pistazien, Clingstone-Pfirsiche, Pflaumen, Backpflaumen, Erdbeeren zur Weiterverarbeitung, Industrietomaten und Walnüsse. Hinzu kommen Marktanteile von mindestens 70 Prozent bei Weintrauben, Kopfsalat, Blattsalat, Romanesko, Erdbeeren, Avocados, Datteln, Zitronen, Honigmelonen, Knoblauch, Blumenkohl und Spinat. Im südlichen Teil des Kalifornischen Längstals, dem San Joaquin-Tal, spielt der Anbau von Mandeln, Wein, Baumwolle, Tomaten und Zitrusfrüchten eine wichtige Rolle, im nördlichen Sacramento-Tal wird auch Reis angebaut. Die Spitzenstellung, die Kalifornien unter den US-Bundesstaaten einnimmt, beruht einerseits auf klimatischen Gunstfaktoren, andererseits aber auch auf dem ausgeklügelten Wassermanagement.
W. Klohn

Graphiken

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Landwirtschaftliche Produktionsgebiete in den USA

Karte der landwirtschaftlichen Produktionsgebiete der USA
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