Köln - Festungsstadt (um 1850)

Köln - Eine Stadt im Wandel der Zeit

978-3-14-100391-8 | Seite 26 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 40.000
Köln  | Festungsstadt (um 1850) | Köln - Eine Stadt im Wandel der Zeit | Karte 26/3

Überblick

<p>In fünf Zeitschnitten wird die Entwicklung Kölns zur heutigen Großstadt gezeigt. Diese Karte ist Teil dieses "Kartenfilms".</p>

Kölns Entwicklung bis 1850

<p>Obwohl Köln mit etwa 40 000 Einwohnern die größte deutsche Stadt im ausgehenden Mittelalter war, spielte sie politisch keine bedeutende Rolle mehr. Nürnberg und Augsburg hatten Köln bereits im 15. Jahrhundert wirtschaftlich überflügelt. Auch die Übersee-Handelsplätze und später die Residenzstädte drängten die Stadt Köln politisch in den Hintergrund. Der Versuch einer revolutionären Umgestaltung des Kölner Rates durch Nikolaus Gülich im Jahr 1683 endete mit der Verhängung der Reichsacht gegen Köln und der Hinrichtung Gülichs 1688. Nach jahrelanger traditioneller Neutralitätspolitik gegenüber Frankreich wurde Köln – wie das übrige Rheinland – im Jahr 1794 von französischen Truppen besetzt und 1815 auf dem Wiener Kongress Preußen zugesprochen, das die Stadt der Rheinprovinz eingliederte.</p>
<p>Langsam belebte sich erneut das Wirtschaftsleben, was auch am freieren Zugang zu neuen Märkten in der Rheinprovinz lag. Es war aber vor allem der Zuzug von Fremden, der der Stadt auf die Sprünge half: Juden, bergische Protestanten und Belgier, die oft Pioniere der beginnenden Industrialisierung waren.</p>

Die Kölner Stadtgestalt

<p>Die Kölner Stadtgestalt wurde seit Jahrhunderten von der gewaltigen mittelalterlichen Stadtmauer bestimmt. Sie machte Köln zur mächtigsten Festungsstadt nördlich der Alpen. Die monumentale Mauer bestand seit dem 13. Jahrhundert mit zwölf Torburgen und zusätzlich 52 Wachtürmen. Die neue politische Lage ab 1815 hatte auch Auswirkungen auf die Stadtgestalt: Die preußische Regierung wollte die Verteidigungsbauten der Stadt auf den neuesten militärtechnischen Stand bringen. Zunächst wurden die mittelalterlichen Wehranlagen erneuert, die die Stadt sechs Jahrhunderte uneinnehmbar gemacht hatten. Dann errichtete man fünf Forts im Abstand von je etwa fünfhundert Metern, deren „Taufe“ der König am 9. September 1825 persönlich vornahm. </p>
<p>Zwischen 1841 und 1847 wurde die Festung weiter ausgebaut, sodass elf Forts einen Halbkreis um die Stadt bildeten. Kurz nach 1850 wurde der Kreis durch den Ausbau der Forts am rechten Rheinufer geschlossen. Preußen verfügte eine besondere Baubeschränkung: Im Festungsgürtel rund um die Stadt durfte nicht gebaut werden. Die Preußen wollten jeden Feind von ferne sich nähern sehen und ein freies Schussfeld haben. Wer hier ein Haus besaß, musste es räumen und wurde entschädigt.</p>

Differenzierende Karte

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