Jena

Wirtschaft

978-3-14-100762-6 | Seite 8 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 100.000
Jena |  | Wirtschaft | Karte 8/2

Informationen

Von den wie auf einer Kette liegenden historisch bedeutenden Städten in Thüringen ist Jena mit seinen 103 000 Einwohnern hinter dem nur einen Hauch größeren Gera und Erfurt (203 000 Ew.) Thüringens drittgrößte Stadt. Mit Bergisch Gladbach, Cottbus, Erlangen, Hildesheim, Koblenz, Moers, Salzgitter, Siegen, Trier und Witten zählt es zur Gruppe der kleinsten Großstädte in Deutschland mit jeweils weniger als 110 000 Einwohnern. Mit Erfurt und Gera gehört das kreisfreie Jena zu den drei Oberzentren Thüringens. Als traditioneller Standort der Feinmechanik- und Optikindustrie bezeichnet sich Jena in seiner Eigenwerbung als "Lichtstadt".

Geschichte
Das 1182 erstmals urkundlich erwähnte Jena erhielt um das Jahr 1230 die Stadtrechte, die es mit dem Bau einer Stadtmauer unterstrich. 1332 wurde die Rechtslage mit dem gothaischen Stadtrecht erneuert. Durch die Gründung der Universität 1558 etablierte sich Jena bereits früh als Stadt der Bildung und konnte in späterer Zeit als Verlags- und Druckereistandort lediglich von Leipzig geschlagen werden. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte die Universität einen herausragenden Status in Deutschland erreicht. Jenas Stellung und Entwicklung zeigte sich durch eine prachtvolle Barockarchitektur.
1830, in den Anfängen der Industrialisierung, hatte Jena knapp 5500 Einwohner. 1864 führte eine Spinnerei die erste Dampfmaschine in die Stadt ein, mit dem Anschluss an die Eisenbahn entwickelte sich Jena ab 1874 zu einem Verkehrsknotenpunkt, die Zahl der Fabriken stieg.
Der entscheidende Punkt für Jenas weitere Entwicklung war das Jahr 1846, als Carl Zeiss eine Werkstatt für optische Geräte gründete, die schon bald gemeinsam mit dem Glaswerk von Otto Schott für ihre Mikroskope bekannt wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten weite Teile Jenas ein modernes Gesicht; im Sinne des sozialistischen Städtebaus wurde als sogenannte städtebauliche Dominante das Hochhaus der Universität gebaut, das 1972 eingeweiht wurde. Unter der neuen Bezeichnung JenTower wird es aktuell als Bürogebäude genutzt.
Die Firmen von Zeiss und Schott wurden zu großen Teilen demontiert, durch Neugründungen im Westen Deutschlands blieben die renommierten Namen erhalten. In der DDR entstand das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena, in dem zeitweise rund 60 000 Menschen beschäftigt waren. Mit dem VEB Jenapharm erhielt die Stadt einen zusätzlichen wirtschaftlichen Schwerpunkt.

Wirtschaftsstruktur
Heute zählt Jena zum sogenannten Thüringer Technologiedreieck, dessen andere Eckpunkte Erfurt und Ilmenau sind. Eine weitere Kooperation existiert unter dem Namen "Erfurt-Weimar-Jena — Die ImPuls-Region".
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der VEB Carl Zeiss Jena privatisiert und in die Carl Zeiss Jena GmbH und die Jenoptik GmbH geteilt, die beide eine Erfolgsgeschichte schrieben und Jenas Ruf als Mittelpunkt der Feinmechanik und Optik in Deutschland wahren konnten.
Ergänzt wird Jenas moderne Wirtschaftsstruktur durch Unternehmen der Biotechnologie, die Namen wie Biolitec oder CyBio tragen. Auch der pharmazeutische Sektor wurde privatisiert, aus dem VEB Jenapharm wurde die Jenapharm GmbH & Co. KG unter der Ägide der Schering AG.
In ein solches Umfeld passen Institute der Forschung und Entwicklung, zu denen neben der Friedrich-Schiller-Universität und der Fachhochschule Jena u. a. das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie sowie das Max-Planck-Institut für Biogeochemie gehören.
D. Falk

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