Japan - Rohstoffabhängigkeit

Erde – Welthandel

978-3-14-100782-4 | Seite 181 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 180.000.000
Japan | Rohstoffabhängigkeit | Erde – Welthandel | Karte 181/3

Informationen

Japan gehört, wie Deutschland, zur Gruppe der neun bedeutendsten Industriestaaten der Erde. Obwohl Japans Wirtschaft in den 1990er-Jahren stagnierte, ist Japan die wichtigste Wirtschaftsnation im "Wachstumspol" der Staaten Ost- und Südostasiens. Die Volksrepublik China und die "Schwellenländer" bzw. "NIC" ("Newly Industrialized Countries") dieser Region haben nahezu durchgehend Wachstumsraten, die beträchtlich über dem weltweiten Durchschnitt liegen und nur zeitweise in einigen Ländern während der Asienkrise Ende der 1990er-Jahre sanken.

Wirtschaft und Handelsbeziehungen
Japan stand 2005 nach den USA und Deutschland an dritter Stelle der Export- und der Importrangliste (vgl. 244.1). Das Land gehört zu den besonders weltmarktabhängigen Industrieländern mit hohem Bedarf an Rohstoff-, Nahrungs- und Genussmitteleinfuhren.
Japan selbst hat kaum mineralische, pflanzliche, tierische oder chemische Rohstoffe. Mehr als 25 Prozent des gesamten Imports im Jahre 2006 waren Rohstoffe, fünf Prozent Maschinen, neun Prozent Nahrungsmittel, sieben Prozent Chemikalien, vier Prozent Textilien. Am meisten wurde 2006 aus China eingeführt (21 Prozent), gefolgt von den USA (12 Prozent), Saudi-Arabien (sechs Prozent), den Vereinigten Arabischen Emiraten (sechs Prozent), Südkorea (fünf Prozent) und Indonesien sowie Taiwan (je vier Prozent); auf Deutschland entfielen drei Prozent.
In den letzten Jahren hat es allerdings hinsichtlich der Herkunftsländer eine Reihe von Veränderungen gegeben. Bei der Einfuhr von Stein- und Braunkohle spielen heute die südostasiatischen Länder, insbesondere China und Indonesien, eine bedeutende Rolle, während sich die Lieferungen aus den USA stark verringert haben. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich beim Import von Erdöl und Erdölprodukten. Die USA und Mexiko, die bis Ende der 1990er-Jahre noch einige Anteile an den Einfuhren hatten, spielen bei diesen Produkten keine Rolle mehr, dafür sind Südkorea, Indien, Australien und einige westafrikanische Länder als neue Handelspartner hinzugekommen. Die Einfuhr von Eisenerzen ist relativ konstant geblieben, dafür ist die Einfuhr von Buntmetallerzen und Stahlveredlern, die Ende der 1990er-Jahre ausschließlich aus Chile, Südafrika und dem südostasiatischen Raum stammten, heute erheblich weiter gestreut. Bei den Aluminiumerzen sind China und Indien als neue Handelspartner hinzugekommen.
Die wichtigsten Exportgüter Japans sind Maschinen, Fahrzeuge und elektronische Geräte, die insgesamt für weit mehr als die Hälfte der japanischen Exporterlöse verantwortlich sind. Die Kraftfahrzeuge haben daran einen Anteil von gut 12 Prozent. An zweiter und dritter Stelle folgen, etwa mit gleichen Anteilen, gefertigte Gebrauchs- und Konsumgüter sowie Dienstleistungen. Die wichtigsten Abnehmer japanischer Exporte sind die USA mit einem Anteil von 26 Prozent und die Volksrepublik China mit einem Anteil von 12 Prozent; weitere Abnehmerländer sind Südkorea, Taiwan, Hongkong, Deutschland und Singapur.
R. Köhler

Graphiken

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Japans Export- bzw. Importanteile differenziert und nach Ländern bzw. Großregionen 1980 bis 2004

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Importe von Rohöl nach Ländern

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