Israel/Palästina - Siedlungsgebiete

Westasien und Israel - Siedlung

978-3-14-100384-0 | Seite 117 | Abb. 2
Israel/Palästina | Siedlungsgebiete | Westasien und Israel - Siedlung | Karte 117/2

Überblick

Die Karte zeigt das Gebiet des Staates Israel, die von Israel besetzten Gebiete (Teile des Westjordanlandes sowie die syrischen Golanhöhen) sowie die palästinensischen Autonomiegebiete (Teile des Westjordanlandes und den gesamten Gazastreifen). Derzeit hat der Staat Israel einschließlich Jerusalem 8,7 Millionen Einwohner, davon sind 75 Prozent Juden, 21 Prozent Muslime und zwei Prozent Christen (Stand 2017). Im Staat Palästina, der mittlerweile von 136 Staaten der Welt offiziell anerkannt wurde, leben insgesamt rund 5 Millionen Menschen, davon 3 Millionen im Westjordanland und 2 Millionen im Gazastreifen. Mit fast 5000 Einwohnern pro km² gehört der Gazastreifen zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Erde. Ein Großteil der Bevölkerung im Gazastreifen lebt in einem der vielen Flüchtlingslager. Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem leben neben den Palästinensern mehr als 600 000 jüdische Siedler.

Entwicklung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern

ilte Stadt aus israelischer Sicht „wiedervereinigt“. Die Siedlungspolitik zielte ab 1967 verstärkt darauf ab, durch die Errichtung jüdischer Siedlungen eroberte Gebiete zu sichern, vor allem im Großraum Jerusalem. Auf etwa einem Drittel der Fläche Ost-Jerusalems wurde palästinensisches Land enteignet, um darauf zehn Siedlungen zu errichten, denen viele weitere folgten. Obwohl der Siedlungsausbau international scharf kritisiert wurde, weil er gegen das Völkerrecht verstieß, trieb ihn der nationalkonservative Likud-Block nach seiner Regierungsübernahme 1977 gezielt voran, unter anderem durch finanzielle Anreize für Siedler. 1980 wurde der Ostteil Jerusalems durch das „Jerusalemgesetz“, das die Stadt zur ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels erklärte, förmlich annektiert. Auch nachfolgende Regierungen förderten den Siedlungsbau. Nach einem zeitweiligen Aussetzen während der Friedensverhandlungen mit den Palästinensern wird er seit 2017 wieder verstärkt betrieben. Für die Palästinenser hat die Siedlungspolitik zu einer starken Zerstückelung ihres Territoriums geführt, die dessen urbane und infrastrukturelle Entwicklung bis heute erschwert. Die palästinensische Landwirtschaft leidet sowohl unter Landverlusten als auch unter der Absperrung von Wasserquellen. Durch das Gaza-Jericho-Abkommen 1994 zwischen Israels Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin und Jassir Arafat von der PLO wurden die Palästinensischen Autonomiegebiete geschaffen, die aus dem Gazastreifen und großen Teilen des Westjordanlandes bestehen. Doch durch den Mord an Rabin (1995) und zahlreiche terroristische Attentate verhärteten sich die Fronten wenig später erneut. Als Ministerpräsident Ehud Barak 1999 die israelischen Truppen aus dem Südlibanon zurückzog, kam wieder Bewegung in den Annäherungsprozess, doch die unter Vermittlung der USA in Camp David begonnenen Verhandlungen scheiterten. Baraks Nachfolger Ariel Sharon provozierte mit seinem Besuch auf dem Jerusalemer Tempelberg (2000) die Zweite Intifada. Auf die nun einsetzende Welle von Selbstmordattentaten auf israelische Zivilisten reagierte Israel mit Militärschlägen, zeitweiligen Grenzschließungen und dem Bau befestigter Grenzanlagen, die zum Teil direkt durch palästinensische Wohngebiete verlaufen. Ein Zeichen für eine Deeskalation des Dauerkonflikts war im Sommer 2005 der Abzug von rund 7000 Siedlern aus dem Gazastreifen und aus vier Siedlungen im Westjordanland. Dennoch kam es auch in der Folgezeit immer wieder zu gewaltsamen Zwischenfällen, die zum Teil von palästinensischer Seite gezielt provoziert wurden, etwa durch den Abschuss von Kurzstreckenraketen aus dem Gazastreifen und durch Selbstmordattentate. Im Sommer 2014 wurden bei schweren Auseinandersetzung zwischen palästinensischen Gruppen und der israelischen Armee im Gazastreifen rund 18 000 Wohneinheiten und große Teile der Infrastruktur stark zerstört. Der Wiederaufbau gestaltete sich sehr mühsam. Im Mai 2018 eröffneten die USA ihre von Tel Aviv nach Jerusalem verlegte Botschaft und erkannten damit Jerusalem als Hauptstadt Israels an, was zu neuen Aufständen der Palästinenser führte.

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