Hessen - physisch

Hessen - physisch

978-3-14-100756-5 | Seite 4 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 750.000
Hessen | physisch | Hessen - physisch | Karte 4/1

Informationen

Mit Ausnahme vom Kassel liegen die Siedlungsschwerpunkte deutlich erkennbar in den Ebenen und Beckenlandschaften der südlichen Landeshälfte Hessens. Die Städte und Gemeinden konzentrieren sich in der Oberrheinischen Tiefebene (Darmstadt), im Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt am Main, Wiesbaden, Offenbach, Hanau) und der sich nördlich anschließenden Wetterau (Bad Homburg, Friedberg). Diese Regionen waren dank ihrer Verkehrsgunst sowie eines milden Klimas und fruchtbarer Böden schon früh besiedelt. Auch weiter nördlich bilden Beckenlandschaften (Limburger Becken mit dem Goldenen Grund, Gießener Becken, Amöneburger Becken, Schwalm, Fuldaer Becken, Waberner Senke und Kasseler Becken) die bevorzugten Siedlungsräume. Der weitaus größte Landesteil wird allerdings von eher dünn besiedelten Mittelgebirgen bestimmt.

Zwischen Neckar, Main und Weser
Der Süden Hessens gehört zum Einzugsgebiet des Rheins, der auf einer Länge von mehr als 100 km die natürliche Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Main und Lahn sind seine wichtigsten hessischen Nebenflüsse, aber auch der Neckar berührt im äußersten Süden zwischen der Vierburgenstadt Neckarsteinach und dem malerischen, oft von Hochwasser betroffenen Hirschhorn hessisches Gebiet. Unterhalb von Aschaffenburg erreicht der Main als Untermain Hessen. Bis auf wenige Kilometer berühren großstädtische Landschaften seine Ufer bis zur Mündung an der Mainspitze bei Kostheim (Wiesbaden) und Ginsheim-Gustavsburg. Ab Hochheim wird das rechte Ufer von Weinbergen begrenzt. Der hier gekelterte Wein, vor allem Riesling, zählt zum Anbaugebiet Rheingau, das sich entlang der Südabdachung des zum Taunus gehörigen Rheingaugebirges bis nach Assmannshausen erstreckt. Der für seine Rotweine bekannte Winzerort gehört zu Rüdesheim mit der berühmt-berüchtigten Drosselgasse, die alljährlich etwa 3 Mio. Besucher anzieht. Die Lahn entspringt am Lahnkopf im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen. Oberhalb von Biedenkopf erreicht sie hessisches Territorium, das sie bei Limburg wieder verlässt.
Unweit der Lahnquelle entspringen auch die Sieg und am Ederkopf die über die Fulda zur Weser entwässernde Eder. Der Ederkopf-Lahnkopf-Rücken bildet einen Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide. In Hessen gibt es nur wenige natürliche Seen. So ist auch der größte hessische See, der 12 km² große und mehr als 28 km lange Edersee, ein Stausee. Die 1914 fertiggestellte Staumauer wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört. Die Einrichtung des Nationalparks Kellerwald-Edersee 2004 erhöhte das ohnehin große touristische Potenzial der Region. Südlich von Baunatal mündet die Eder in die Fulda. Der linke Quellfluss der Weser entspringt an der Wasserkuppe in der Rhön. Er durchfließt die Bischofsstadt Fulda und die nordhessische Metropole Kassel. Der Zusammenfluss mit der aus Thüringen kommenden Werra zur Weser findet außerhalb Hessens bei Hannoversch Münden statt. Ab dort bildet die Weser bis Bad Karlshafen mit einer Unterbrechung die Grenze zwischen Hessen und Niedersachsen.
E. Astor

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