Hessen - Landwirtschaft und Bodenbedeckung

Hessen - Landwirtschaft und Klima

978-3-14-100389-5 | Seite 18 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Hessen | Landwirtschaft und Bodenbedeckung | Hessen - Landwirtschaft und Klima | Karte 18/1

Überblick

Die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft hat in Hessen – wie in ganz Deutschland – in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Während 1950 in Hessen mehr als 23 Prozent der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt waren, waren es im Jahr 2017 nur noch rund 0,4 Prozent.

Ackerbau, Sonderkulturen und Forstwirtschaft

Gute bis sehr gute Böden finden sich lediglich in der Wetterau und im Amöneburger Becken. Hier werden Getreide sowie Obst und Gemüse, in der Wetterau auch Zuckerrüben angebaut. Da die Zuckerrübe hochwertige Lehmböden bevorzugt, wird sie in Hessen ansonsten nur an einigen kleineren Standorten produziert (z. B. in der Waberner Senke, im Ried und im Vorderen Odenwald). Diese Ackerflächen liegen – wie die meisten anderen Ackerflächen Hessens – auf den ebenen Abschnitten zwischen den Höhenzügen der Mittelgebirge.

 

Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Hessens betrug 2018 rund 771 000 Hektar (ha), davon nahmen die Ackerflächen 466 000 ha ein. 289 000 ha, das sind 62 Prozent der Ackerflächen, wurden für den Anbau von Getreide genutzt, vor allem für Weizen und Gerste. In den letzten Jahren wurde der Anbau von Raps ausgedehnt. 2018 wurde auf 55 000 ha Raps angebaut, der bei der Herstellung von Biokraftstoff oder Biodiesel Verwendung findet.

 

Im Gemüseanbau nimmt der Spargel die größte Fläche ein (1858 ha im Jahr 2018); Spargel wird vor allem an den flachen Standorten im Ried angebaut. Die wichtigsten Sonderkulturen im Obstbau sind Äpfel, Birnen, Süßkirschen und Erdbeeren. In Hessen wird auch Weinbau betrieben (3600 ha Rebfläche im Jahr 2018). Das Hauptanbaugebiet für Wein befindet sich im Rheingau, ein weiteres an der Hessischen Bergstraße.

 

Die Höhenlagen der Mittelgebirge werden überwiegend forstwirtschaftlich genutzt.

Mehr anzeigen

Betriebsstrukturen

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen wiesen 2016 eine durchschnittliche Betriebsgröße von 57,6 ha auf (zum Vergleich Gesamtdeutschland: 60,5 ha). Lediglich 34 Prozent der hessischen Betriebe wurden von Haupterwerbslandwirten geführt.

Viehhaltung

299 000 ha der landwirtschaftlichen Nutzfläche Hessens dienten 2018 als Dauergrünland. Großflächige Weiden und Wiesen finden sich am Vogelsberg, in den Ausläufern des Westerwaldes und in der Rhön, wo Rinder gehalten werden. Von den 439 000 Rindern im waren 139 000 Milchkühe. Die Schweinehaltung beschränkt sich auf die Waberner Senke; 2018 lag der Gesamtbestand bei 555 000 Schweinen – ebenso wie bei den Rindern mit rückläufiger Tendenz.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie

Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie hat ihre Standorte oftmals in der Nähe der jeweiligen Anbau- und Produktionsstandorte. So befinden sich Zuckerindustrien in der Waberner Senke und im Ried; die Keltereien und Sektkeltereien haben ihren regionalen Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet. Die Milchverarbeitung erfolgt dagegen regional verteilt an mehreren Standorten.

Differenzierende Karte

Hessen - Landwirtschaft
aufrufen