Hessen - Bundesland nach 1945

Hessen - Territorialentwicklung und Stadtwachstum

978-3-14-100389-5 | Seite 27 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 2.000.000
Hessen | Bundesland nach 1945 | Hessen - Territorialentwicklung und Stadtwachstum | Karte 27/4

Überblick

Zwischen 1868 und 1944 hatte es auf dem Gebiet des heutigen Hessen keine wesentlichen territorialen Veränderungen gegeben. Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete jedoch auch für Hessen einen tiefen Einschnitt. Der Sieg der Alliierten und die Einrichtung der amerikanischen Besatzungszone waren die Voraussetzung für die Gründung des Bundeslandes Hessen in seinen heutigen Grenzen. Im Gegensatz zu anderen deutschen Bundesländern war die territoriale Ordnung Hessens ab 1945 abgeschlossen.

Hessen am Ende des Zweiten Weltkriegs

Im März 1945 gelang es amerikanischen Truppen, bei Oppenheim einen Übergang über den Rhein herzustellen. Nachdem in der Folge die Städte Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden und Kassel von amerikanischen Truppen besetzt wurden, war der Krieg für Hessen zu Ende. Hessen lag damit ganz in der amerikanischen Besatzungszone mit den Regierungsbezirken Darmstadt auf dem Gebiet des ehemaligen Großherzogtums Hessen sowie Kassel und Wiesbaden auf dem Gebiet der ehemaligen preußischen Provinz Hessen-Nassau. Die amerikanischen Truppen errichteten in Frankfurt am Main ihr Hauptquartier.

Gründung des Bundeslandes Hessen

Die Neuordnung Hessens wurde maßgeblich von der amerikanischen Besatzungsmacht als der neuen Trägerin der obersten Staatsgewalt gestaltet. Am 19. September 1945 vereinigten die Amerikaner den Volksstaat Hessen und die preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau zum Land Großhessen und legten damit die territoriale Ordnung des heutigen Bundeslandes fest. Lediglich einige französisch besetzte Gebiete im Westen (u. a. Rheinhessen) wurden nicht aufgenommen und 1946 dem neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz angeschlossen.

 

Neben der staatlichen Einheit setzte die amerikanische Besatzungsmacht einen parlamentarisch-demokratischen Verfassungsstaat durch. Sie erlaubte die Neugründung politischer Parteien und entfernte belastete Beamte und Führungskräfte aus der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft. Neue Landeshauptstadt wurde Wiesbaden, das im Zweiten Weltkrieg nur zu etwa 25 Prozent zerstört worden war.
Hessen war das erste Land in der deutschen Nachkriegsgeschichte, das eine neue demokratische Verfassung erhielt. Dies wurde per Volksabstimmung am 1. Dezember 1946 bestätigt. Der Neuanfang in Hessen – wie das Land nun offiziell hieß – war vollzogen.

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