Hannover - Einkaufs- und Dienstleistungszentrum

Region Hannover

978-3-14-100803-6 | Seite 36 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 15.000
Hannover | Einkaufs- und Dienstleistungszentrum | Region Hannover | Karte 36/1

Überblick

Hannover, die Landeshauptstadt von Niedersachsen, ist ein bedeutendes Industrie- und Handelszentrum und als Sitz übergeordneter Behörden, wissenschaftlicher Institute und diverser Finanz-, Wirtschafts- und Versicherungsunternehmen das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum der umliegenden Region. Die Stadt wurde nach den starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg modern wieder aufgebaut und erlebte nicht zuletzt dank der zentralen Lage in Deutschland ein starkes Wachstum. Mit ausgedehnten Wald- und Grüngebieten gilt Hannover heute als eine Region mit hohem Wohn- und Freizeitwert.

Hannover wurde im 11. Jahrhundert als eine Marktsiedlung am Übergang der Handelsstraße Bremen – Hildesheim oberhalb der Leine gegründet. Von dieser Lage stammt der Name der Stadt (1150 als „vicus Honovere“ genannt; nach dem mittelniederdeutschen „wik“ für den Marktort; „ho“ für hoch und „over“ für Ufer). 1189 wurde Hannover Stadt, 1368 Hansestadt und 1636 herzogliche Residenz.

Ursprünglich vorhandene Festungsanlagen wurden nach dem Siebenjährigen Krieg geschliffen und Promenaden angelegt (Friedrichswall, Georgenstraße, siehe auch die Namen der Tore in der Karte). Hannover wurde 1814 Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches. Die heutige Stadtanlage wurde auch durch Hofbaumeister Laves im 19. Jahrhundert geprägt. Zwischen dem heutigen Bahnhof und der Altstadt entstand die „Ernst-August-Stadt“ (s. Name des Bahnhofsvorplatzes). Mit der Industrialisierung begann eine Phase raschen Wachstums über die bisherigen Stadtgrenzen hinaus (Eingemeindungen). Nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs entstand in den Nachkriegsjahren die moderne City.

Die City als Einkaufszentrum

Bezogen auf die Einwohnerzahl erreicht Hannover bundesweit Spitzenwerte bei Einzelhandelsumsatz und Kaufkraft, auch wenn das Umsatzvolumen geringer ausfällt als in anderen Verdichtungsräumen. Der weitaus größte Teil des Umsatzes kommt aus der Region selbst.

Die City der Landeshauptstadt Hannover ist ein hochrangiges Zentrum des Einzelhandels, das sich seit den 1970er-Jahren der Konkurrenz dezentraler, meist an der Peripherie der Stadt angesiedelter Verbraucher- und Fachmärkte (s. 36.2) zu erwehren hat. Einerseits leisten diese Einrichtungen ihren Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung benachbarter Stadtviertel und der Stadt-Umland-Bereiche und entlasten so die City. Andererseits kommt es zur Umlenkung von Kunden- und Kaufkraftströmen, was negative Folgen für die Funktionstüchtigkeit der City haben könnte. In jüngster Zeit tritt auch der Onlinehandel in starke Konkurrenz zum Einzelhandelsstandort City.

Dem Kartenbild der Innenstadt sind Ansätze einer Entwicklungsstrategie zu entnehmen, die die Attraktivität der City erhalten und verbessern soll:

Ausbau des ÖPNV, Erweiterung der zentralen Fußgängerzone mit Anbindung an citynahe Wohngebiete, Verbesserung des Angebots an Parkhäusern und –plätze für den Kunden- und Geschäftsverkehr einschließlich eines optimierten Parkleitsystems und Parkraummanagements, Stärkung des hochwertigen Einzelfachhandels, Bau von Einkaufsgalerien und -passagen mit zahlreichen spezialisierten Einzelgeschäften, die wetterunabhängig besucht werden können,

Erhaltung, Pflege und Ausbau der innerstädtischen Grünanlagen, Ausweitung von Freizeitmöglichkeiten und gezielte Förderung des städtischen Lebens (kulturelle Vielfalt, Gastronomie) mit dem Ziel, der City Aufenthaltsqualität und Erlebnischarakter zu geben.

Im Vergleich fällt die Verlagerung von Einzelhandelsstandorten von der City ins Umland in der Region Hannover gegenwärtig weniger stark aus als in anderen deutschen Großstädten. Die Einzelhandelsmieten in der City sind hoch. Dies kann als Zeichen für einen Erfolg der Entwicklungsstrategie gewertet werden.

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Hannover als Dienstleistungsstandort

Der Dienstleistungssektor der Region Hannover bietet etwa 356 000 Menschen Arbeitsplätze. Einige Großunternehmen haben ihren Unternehmenssitz in der Region (z. B. die TUI AG), dementsprechend sind zentrale Unternehmensfunktionen überdurchschnittlich vertreten. Weitere wichtige Dienstleistungsstandorte sind neben der City die Internationale Messe und der EXPO PARK am Standort der EXPO 2000 (s.36.3).

Die Schwerpunkte der in der Region angesiedelten Unternehmen liegen in den Bereichen Finanzen, Verkehr und Telekommunikation, Versicherungen, öffentliche und haushaltsorientierte Dienstleistungen sowie in bestimmten unternehmensorientierten Dienstleistungen. Im Bundesvergleich überrepräsentiert sind die Versicherungen; Banken liegen hingegen unter dem Bundesdurchschnitt. Wegen der Funktion als Landeshauptstadt sind in Hannovers City zahlreiche Landeseinrichtungen angesiedelt, darunter der Niedersächsische Landtag und mehrere Ministerien.

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