Hannover - Einkaufs- und Dienstleistungszentrum

Region Hannover

978-3-14-100700-8 | Seite 32 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 15.000
Hannover | Einkaufs- und Dienstleistungszentrum | Region Hannover | Karte 32/1

Informationen

Gegründet wurde Hannover im 11. Jahrhundert als eine Marktsiedlung am Übergang der Handelsstraße Bremen — Hildesheim oberhalb der Leine. Von dieser Lage stammt auch der Name der Stadt (1150 als "vicus Honovere" genannt; nach dem mittelniederdeutschen "wik" für den Marktort; "ho" für hoch und "over" für Ufer). 1189 wurde Hannover Stadt, 1368 Hansestadt und 1636 herzogliche Residenz.
Ursprünglich vorhandene Festungsanlagen wurden nach dem Siebenjährigen Krieg geschliffen und Promenaden angelegt (Friedrichswall, Georgenstraße, siehe auch die Namen der Tore in der Karte). Hannover wurde 1814 Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches, die heutige Stadtanlage wurde auch durch Hofbaumeister Laves im 19. Jahrhundert geprägt. Zwischen dem heutigen Bahnhof und der Altstadt entstand die "Ernst-August-Stadt" (s. Name des Bahnhofsvorplatzes). Mit der Industrialisierung begann eine Phase raschen Stadtwachstums über die bisherigen Grenzen hinaus (Eingemeindungen). Nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges entstand in den Nachkriegsjahren die moderne City.

Die City als Einkaufszentrum
Bezogen auf die Einwohnerzahl erreicht Hannover bundesweit Spitzenwerte bei Einzelhandelsumsatz und Kaufkraft, auch wenn das Umsatzvolumen geringer ausfällt als in anderen Verdichtungsräumen. Der weitaus größte Teil des Umsatzes kommt aus der Region selbst. Dies zeigt den Stellenwert des Einzelhandels in der Region.
Die City der Landeshauptstadt Hannover ist ein hochrangiges Einkaufszentrum, das sich seit den 1970er-Jahren der Konkurrenz dezentraler, meist an der Peripherie der Stadt angesiedelter Verbraucher- und Fachmärkte zu erwehren hat. Einerseits leisten diese Einrichtungen ihren Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung benachbarter Stadtviertel und der Stadt-Umland-Bereiche und entlasten so die City. Andererseits kommt es zur Umlenkung von Kunden- und Kaufkraftströmen, die negative Folgen für die Funktionstüchtigkeit der City haben können.
Dem Kartenbild der Innenstadt sind einige strategische Ansätze eines Entwicklungskonzeptes zu entnehmen, das die Attraktivität der City erhalten und verbessern soll:
• Ausbau des ÖPNV ("öffentlicher Personennahverkehr"; Neu- und Ausbau der S-Bahn sowie Verbesserung des innerstädtischen Busnetzes; Bahnhofssanierung);
• Erweiterung der zentralen Fußgängerzone mit Anbindung an citynahe Wohngebiete;
• Verbesserung des Angebotes an Parkhäusern und -plätzen für den Kunden- und Geschäftsverkehr einschließlich eines optimierten Parkleitsystems und Parkraummanagements;
• Stärkung des Einzelfachhandels als Gegengewicht zu den am Citystandort stark vertretenen Warenhäusern;
• Erhaltung, Pflege und Ausbau der innerstädtischen Grünanlagen;
• gezielte Förderung des "städtischen Lebens" (kulturelle Vielfalt, Gastronomie).
Im Vergleich fällt die Verlagerung von Einzelhandelsstandorten von der City ins Umland in der Region Hannover gegenwärtig weniger stark aus als in anderen deutschen Großstädten. Die Einzelhandelsmieten in der City sind daher hoch. Dies kann als Zeichen für einen Erfolg des Entwicklungskonzeptes gewertet werden.

Hannover als Dienstleistungsstandort
Der Dienstleistungssektor der Region Hannover bietet insgesamt etwa 320 000 Menschen Arbeitsplätze. Einige Großunternehmen haben ihren Unternehmenssitz in der Region (z. B. die Norddeutsche Landesbank (s. Karte) und die TUI AG), dementsprechend sind zentrale Unternehmensfunktionen (Management, Verwaltung) überdurchschnittlich vertreten. Weitere wichtige Dienstleistungsstandorte sind neben der City die Internationale Messe und der EXPO PARK am Standort der EXPO 2000.
Die Schwerpunkte der in der Region angesiedelten Unternehmen liegen in den Bereichen Finanzen, Verkehr und Telekommunikation, Versicherungen, öffentliche und haushaltsorientierte Dienstleistungen sowie in einigen Bereichen der unternehmensorientierten Dienstleistungen. Im Bundesvergleich überrepräsentiert sind die Versicherungen, Banken liegen unter dem Bundesdurchschnitt; unterrepräsentiert sind Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Recht, Finanzen und Wirtschaft, Planungsdienstleistungen und Werbung. Die Region wird dennoch als relativ breit spezialisierter Dienstleistungsstandort eingestuft.
M. Felsch, R. Meyer

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