Hamburg um 1600

Hamburg

978-3-14-100753-4 | Seite 12 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 25.000
Hamburg um 1600 |  | Hamburg | Karte 12/3

Informationen

Namensgeberin der Freien und Hansestadt Hamburg ist die Hammaburg. Die mittelalterliche Festungsanlage auf einem flachen Geestsporn zwischen Alster- und Elbeniederung wurde vermutlich Anfang des 9. Jahrhunderts von den Franken unter Karl dem Großen errichtet und diente als Stützpunkt für die Christianisierung des heidnischen Norden. Unter Ludwig dem Frommen wurde Hamburg 832 zum Erzbistum erhoben, in dessen Schutz eine Handwerks- und Händlersiedlung entstand, die Anfang des 10. Jahrhunderts das Marktrecht erhielt.

Hamburg um1150
Als 966 dem Sachsen Hermann Billung die weltliche Herrschaft über die Siedlung übertragen wurde, geriet Hamburg ins Spannungsfeld zwischen Klerus und Adel. Als steinernes Zeugnis der geistlichen Macht entstand 1035 auf Initiative des Bischofs der Neubau des Mariendoms, bis zur Gründung der Petrikirche (1195) das einzige christliche Gotteshaus im weiten Umland. Um nicht hinter dem Kirchenfürsten zurückzustehen, ließ der Billungerherzog in einer Alsterschleife außerhalb der Umwallungen 1061 eine "Neue Burg" anlegen. Hier gründete Adolf III. von Schauenburg im 12. Jahrhunderts die gräfliche Neustadt nebst Hafen, dem Kaiser Friedrich Barbarossa, 1189 in einem Freibrief u. a. die Zollfreiheit für Handel und Schifffahrt auf der Niederelbe gewährte.

Hamburg um 1250
Während der dänischen Besatzung vereinigten sich die gräfliche Neustadt und die bischöfliche Altstadt 1216 zu einem Gemeinwesen, das ab 1250 durch eine neue Wehranlage umschlossen wurde. In deren Schutz und ausgestattet mit den Handelsprivilegien erlebte Hamburg in der Folgezeit eine erste Blüte. Elbmarschen und Elbinseln wurden mehr und mehr eingedeicht, der Hafen erweitert, erste Kaufmannsgilden und auswärtige Handelshäuser errichtet, Klöster und Spitäler gegründet. Durch den Bau eines Mühlendamms wurde die Alster zum See (Binnen- und Außenalster) aufgestaut und neues Bauland erschlossen. Ende des 13. Jahrhunderts lebten rund 5000 Menschen in der Stadt, die mittlerweile vier Kirchspiele besaß und 1290 ein neues Rathaus erhielt. Seit dem 14. Jahrhundert entwickelte sich Hamburg trotz mancher Rückschläge wie Feuersbrünste, Piraterie und Pestepidemie als Mitglied der Hanse zum bedeutenden und wohlhabenden Warenumschlagplatz zwischen Ostsee und Flandern.

Hamburg um 1600
Durch den Niedergang der Hanse im 15. Jahrhundert büßte Hamburg nur kurzfristig seine Bedeutung ein, denn nach Entdeckung der Neuen Welt verlagerten die hanseatischen Kaufleute und Reeder ihre Interessen erfolgreich Richtung Atlantik. Nachdem die Reformation in Hamburg schnell an Zustimmung gewann, wurde die Stadt zum Zufluchtsort vor allem für calvinistische Niederländer oder politisch verfolgte Juden aus Spanien und Portugal. Die Zuwanderung führten zwischen 1550 und 1600 zu einer Verdoppelung der Einwohnerzahl auf 40 000 — und zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Belebung der Hansestadt. 1558 eröffnete in Hamburg die erste deutsche Börse, 1619 die erste Girobank und 1665 die erste Handelskammer. Vom Dreißigjährigen Krieg (1618—48) blieb die Freie Reichsstadt indes dank ihrer Befestigungsanlage mit 21 Bastionen und elf Außenwerken weitgehend verschont.
U. Kleinelümern

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