Hamburg - Bevölkerungsverteilung/Verkehrsbelastung/Entwicklungszentren

Hamburg

978-3-14-100700-8 | Seite 30 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 250.000
Hamburg | Bevölkerungsverteilung/Verkehrsbelastung/Entwicklungszentren | Hamburg | Karte 30/2

Informationen

Hamburg ist Kern einer Metropolregion, zu der neben dem Stadtstaat Hamburg bis 1996 administrativ auch die schleswig-holsteinischen Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg (nördlich der Elbe) sowie die niedersächsischen Kreise Stade, Rotenburg, Harburg und Lüneburg südlich der Elbe gehörten. Diese Kreise hoben sich vom übrigen Umland durch ihre relativ hohe Bevölkerungsdichte ab. 1996 wurde die Region im Rahmen eines "Regionalen Entwicklungskonzeptes" auf schleswig-holsteinischem Gebiet um den Kreis Steinburg und den Wirtschaftsraum Brunsbüttel und in Niedersachsen um die vier Kreise Cuxhaven, Soltau-Fallingbostel, Uelzen und Lüchow-Dannenberg erweitert. Die Metropolregion ist dadurch von 10 441 km² Fläche auf 17 359 km² angewachsen.

Bevölkerungsentwicklung und Suburbanisierung
In der Metropolregion Hamburg lebten 2004 mehr als 4,2 Mio. Menschen, davon 1,7 Mio. in der Hansestadt, 1,24 Mio. in den schleswig-holsteinischen und 1,27 Mio. in den niedersächsischen Kreisen. Die Einwohnerdichte nimmt mit der Entfernung vom Zentrum Hamburg kontinuierlich ab. Die höchste Bevölkerungskonzentration (550 und mehr pro km²) findet sich im Hamburger Stadtgebiet, gefolgt von den sieben an das Stadtgebiet angrenzenden Kreisen und dem Kreis Steinburg (130 bis 550 Einwohner pro km²); in den sechs Randkreisen im Westen und Süden leben weniger als 130 Einwohner pro km². In diesen letztgenannten Kreisen findet sich — mit Ausnahme des Landkreises Rotenburg — zugleich der höchste Anteil an über 65-Jährigen (19 Prozent und mehr) und an Arbeitslosen (13 Prozent und mehr). In der gesamten Metropolregion lebten 2006 rund 374 000 Ausländer, davon 244 000 in Hamburg, 64 000 in den schleswig-holsteinischen und 66 000 in den niedersächsischen Kreisen.
In den letzten Jahren ist die Bevölkerungszahl der Kernstadt ständig gewachsen, auch durch die Zuwanderung von Ausländern, die die Verluste an das Umland mehr als kompensiert hat. Eine durch die politischen Veränderungen 1989 / 1990 ausgelöste Zuwanderungswelle klang bereits in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre wieder ab (vgl. 65.3). Die negativen Wanderungssalden Hamburgs in den Jahren 1995 bis 1997 resultierten vor allem aus dem Prozess der Suburbanisierung der umliegenden Region. Aufgeschlüsselt nach Entfernungszonen gab es in den Jahren von 1994 bis 1996 eine deutlich geringere Zuwachsrate (0,1 Prozent) im Ring zwischen fünf bis zehn Kilometer um das Hamburger Rathaus als etwa in dem Ring zwischen 30 — 40 km (5,2 Prozent). In den folgenden zwei Jahren gingen die Bevölkerungszahlen der Kernstadt sogar zurück, doch seit 1998 steigen sie wieder kontinuierlich an (1998: 1,700 Mio.; 2001: 1,726 Mio.; 2003: 1,734 Mio.; 2007: 1,757 Mio.; Prognose 2020: 1,814 Mio.). Die kontinuierlich negative natürliche Bevölkerungsentwicklung kann durch Wanderungsüberschüsse ausgeglichen werden. Gründe dieser Entwicklung sind zum einen die steigenden Zuzugszahlen, zum anderen der Umstand, dass die Anzahlen der Fortzüge im neuen Jahrtausend erstmals wieder rückläufig waren. Ein Wanderungsüberschuss besteht gegenwärtig sowohl gegenüber dem restlichen Bundesgebiet (2007: +9500) als auch gegenüber dem Ausland (2007: +6320). Ab 2011 soll der Wanderungsüberschuss gegenüber dem Ausland den gegenüber dem restlichen Bundesgebiet übertreffen.

Pendlerbeziehungen
Eine Folge der Suburbanisierung sind die steigenden Pendlerzahlen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit gab es in Hamburg zu Beginn des Jahres 2007 mehr als 356 000 Berufspendler (1996: 316 000). Die meisten von ihnen — derzeit knapp 278 000 Berufstätige (1996: 251 500) — waren Einpendler aus der Metropolregion, die nicht in Hamburg wohnen, aber arbeiten. Von den rund 79 000 Arbeitskräften (1996: 65 000), die täglich aus Hamburg auspendelten, hatten die meisten (96 Prozent) solche Zielorte in der Region, die in den letzten Jahren als Produktions- und Verwaltungsstandorte enorm an Bedeutung gewonnen haben. Daher sind die Auspendlerzahlen im Vergleich zu den Einpendlerzahlen in den letzten beiden Jahrzehnten überproportional angestiegen.

Zur Verkehrsbelastung
Innerhalb der Kernstadt pendeln täglich etwa 600 000 Personen zwischen Wohn- und Arbeitsort. Da 70 Prozent für diesen Weg den Pkw benutzen, führt die Verkehrsbelastung zusammen mit dem Fernverkehr regelmäßig zu Staus auf den Autobahnen. Der Nord-Süd-Verkehr ist auf Hamburg konzentriert, da der Elbtunnel (A7) und die Elbbrücken (A1) flussaufwärts die ersten landfesten Verbindungen über die Elbe darstellen. Diese Verkehrsnadelöhre werden durch die im Oktober 2002 in Betrieb genommene vierte Elbtunnelröhre im Verlauf der A7 und durch die geplante Elbquerung bei Glückstadt im Zuge der neuen Ostsee-Autobahn (A20; elbabwärts von Hamburg) etwas entschärft.
Innerstädtisch wurde das Radialstraßensystem durch den Ausbau von Ringen ergänzt (s. Karte). In seinem nordöstlichen Teil gehört der Ring 2 zu den am stärksten belasteten Straßen. Rückgrat der Siedlungsentwicklung und der Pendelwanderung sind die Schienenwege der Regional-, U- und S-Bahnen.
M. Felsch, H.-P. Patten

Graphiken

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Siedlungs- und Verkehrsflächen in der Metropolregion Hamburg

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Bevölkerung und Beschäftigte nach Entfernungszonen um das Hamburger Rathaus in Prozent

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Pendler zwischen Hamburg und Randkreisen

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Sozialhilfeempfänger in Hamburg (2003)

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Entwicklung der Einwohnerzahlen sowie Zu- und Fortzüge

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