Halle (Saale) - Freizeit und Erholung

Halle (Saale) - Eine Karte lesen und auswerten

978-3-14-100384-0 | Seite 10 | Abb. 1
Halle (Saale) | Freizeit und Erholung | Halle (Saale) - Eine Karte lesen und auswerten | Karte 10/1

Überblick

Eine thematische Karte stellt ein bestimmtes Thema dar. Man kann sich einer thematischen Karte auf unterschiedliche Weise nähern. Hilfreich sind konkrete Fragestellungen (siehe auch 11.2 „Karteninhalte erfassen, beschreiben und auswerten“). Diese Fragen gehen sowohl auf die Lage und Größe des Untersuchungsraumes ein als auch auf die Landschaftsformen, den Einfluss des Menschen und eventuell bestehende Konflikte der Landnutzung. Beim Erfassen des Karteninhalts hilft auch die Erkenntnis, dass Karten aus verschiedenen Ebenen aufgebaut sind (siehe 11.3 „Kartenebenen“). In diesem Beispiel geht es um die Stadt Halle an der Saale, mit rund 240 000 Einwohnern die größte Stadt von Sachsen-Anhalt. Neben der Hauptstadt Magdeburg und Dessau-Roßlau ist Halle das dritte Oberzentrum des Bundeslandes. Gemeinsam mit dem im benachbarten Sachsen liegenden Leipzig bildet die Stadt einen Eckpunkt des Ballungsraums „Metropolregion Sachsendreieck“ und ist ein bedeutendes Wirtschaftszentrum. Auf einer Länge von 25 Kilometern fließt die Saale und auf sechs Kilometern die Weiße Elster durch Halle.

Halle (Saale) zu Zeiten der DDR

Mit einigen Eingemeindungen wuchs die Zahl der Einwohner in Halle bis zum Jahr 1900 auf 157 000. Vor dem Zweiten Weltkrieg stand die Marke bei 220 000, die bereits ein Jahr nach Kriegsende wieder erreicht wurde. 1950 wurde die Stadt Ammendorf sowie 14 Gemeinden nach Halle eingemeindet. Damit hatte Halle fast 290 000 Einwohner. Bis zum Ende der DDR ging die Zahl auf 231 000 zurück. Verantwortlich für den Bevölkerungsverlust war unter anderem das ab Mitte der 1960er-Jahre verwirklichte Neubaugebiet Halle-Neustadt westlich der Stadt. In der eigenständigen Stadt lebten 1981 rund 93 000 Menschen. Rund um die Stadt, die seit 1952 Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks war, wurde auf relativ kleinen Flächen Braunkohle abgebaut. Der Standort Halle-Merseburg war außerdem durch die chemische Industrie geprägt, vorrangig durch die VEB Chemischen Werke Buna in Schkopau. Mit dem im Nordosten liegenden Bitterfeld, dem südlichen Leuna und dem östlichen Leipzig bildete Halle/Merseburg das sogenannte mitteldeutsche Chemiedreieck.

Freizeit- und Erholungsangebote

Seinen Bewohnern und Besuchern bietet Halle viele kulturelle und museale Einrichtungen, Parks, zahlreiche Sportanlagen sowie Freizeitmöglichkeiten. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind das Händel-Haus und Händel-Denkmal, Dom und Neue Residenz, Franckesche Stiftungen und Himmelsscheibe, Burg Giebichenstein und Moritzburg mit dem Landeskunstmuseum, das Salinemuseum und das Schokoladenmuseum der Halloren Schokoladenfabrik. Daneben bietet die Saale vielseitige Wassersport- und Freizeitangeboten an. Zwischen der Peißnitzinsel und dem Trothaer Wehr kann man beispielsweise mit dem Boot befahren. 26 Parks und öffentliche Gärten laden zum Spazierengehen ein. Auch ein Besuch im Bergzoo lohnt sich. Zahlreiche touristische Routen und Radwanderwege verlaufen durch die Stadt.

Halle (Saale) heute

Unmittelbar nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Halle-Neustadt nach Halle eingemeindet, was der Stadt den historischen Bevölkerungshöchststand von rund 310 000 Menschen bescherte. Seitdem kam es jedoch zu einem Bevölkerungsrückgang auf 240 000 Einwohner im Jahr 2018. Die Zeiten des Braunkohlentagebaus sind vorüber, rekultivierte Flächen erinnern daran. Ansonsten ist die Stadt ein bedeutender Wirtschaftsstandort geblieben. Mit den Autobahnen A 14 sowie A 38 und A 143 wurde die Verkehrsinfrastruktur deutlich verbessert, sodass Halle heute ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt ist. Die Chemischen Werke Buna wurden saniert und modernisiert und werden heute von einem Tochterunternehmen des US-amerikanischen Konzerns Dow Chemical betrieben. Halle ist Sitz einer der ältesten Universitäten Deutschlands, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, von zwei weiteren Hochschulen sowie weiterer Einrichtungen für Forschung und Entwicklung.

Differenzierende Karte

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