Großregion - Grenzpendler

Saar-Lor-Lux - Strukturwandel

978-3-14-100382-6 | Seite 23 | Abb. 4
Großregion | Grenzpendler | Saar-Lor-Lux - Strukturwandel | Karte 23/4

Die Großregion

Die Großregion „Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz-Wallonien“ (kurz: „die Großregion“) ist ein europäischer Großraum, der sich durch enge wirtschaftliche Verflechtungen auszeichnet. Im Einzelnen umfasst er die französische Region Lothringen, das Land Luxemburg, die belgische Region Wallonien (Wallonie) sowie die deutschen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz. Hervorgegangen aus dem Kernraum Saar-Lor-Lux (siehe Karten 22.1 und 22.2 „Saarland/Lothringen/Luxemburg [Saar-Lor-Lux] – Montanregion“), erstreckt sich die Großregion auf einer Fläche von über 65 000 km² und zählt rund 11,5 Millionen Einwohner. Ein besonderes Merkmal der Großregion ist der gemeinsame Arbeitsmarkt, der insbesondere durch die enge Pendlerverflechtung zum Ausdruck kommt.

Herkunfts- und Zielgebiete der Saarland-Pendler

Wie oben beschrieben, weist das Saarland einen Pendlerüberschuss auf – dementsprechend kommen mehr Berufstätige aus den anderen Teilregionen in das Saarland als nach außen strömen. Die Einpendler stammen aus den benachbarten Regionen Rheinland-Pfalz (26 294), Lothringen (15 900) und Luxemburg (42). Diese Teilregionen sind umgekehrt auch die Zielgebiete der saarländischen Auspendler; sie pendeln vor allem nach Rheinland-Pfalz (16 035) und mit steigender Tendenz nach Luxemburg (8405 Auspendler).

Pendlerverflechtung in der Großregion

Zwischen den Teilregionen der Großregion „Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz-Wallonien“ pendeln täglich rund 219 000 Berufstätige von ihrem Wohnort zum Arbeitsplatz und zurück. Die Zahl der grenzüberschreitenden Pendler (auch Grenzgänger genannt) hat dabei in den letzten Jahren erkennbar zugenommen. Die Großregion gilt damit als der größte grenzüberschreitende Berufspendlerraum innerhalb Europas. Das Herkunftsgebiet, aus dem die meisten Grenzgänger kommen, ist Lothringen (103 386 Auspendler); dahinter folgen Wallonien (50 825), Rheinland-Pfalz (30 914), das Saarland (8405) und Luxemburg (606). Das beliebteste Zielgebiet, in das die meisten Grenzgänger pendeln, ist mit großem Abstand Luxemburg (166 768 Einpendler); es folgen Wallonien (29 568), das Saarland (17 997) und Rheinland-Pfalz (4790). Aus der Differenz von Einpendlern und Auspendlern ergibt sich das Pendlersaldo. Ist das Pendlersaldo positiv, spricht man von einem Einpendlerüberschuss (bzw. Pendlerüberschuss), das heißt, dass mehr Pendler in die Region kommen als sie verlassen. Umgekehrt spricht man von einem Auspendlerüberschuss, wenn das Pendlersaldo negativ ist; in diesem Fall verlassen mehr Pendler die Region als hineinkommen. Bezogen auf die Großregion hat Luxemburg einen großen Pendlerüberschuss (+167 700), ebenso das Saarland (+16 800). Die drei übrigen Teilregionen haben dagegen ein negatives Pendlersaldo, also einen Auspendlerüberschuss (Lothringen -105 900, Rheinland-Pfalz -41 300, Wallonien -37 300).