Großraum Jerusalem

Naher Osten

978-3-14-100700-8 | Seite 160 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 250.000
Großraum Jerusalem |  | Naher Osten | Karte 160/2

Informationen

Jerusalem (Hebräisch: jerushalayim, Arabisch: al-Quds) ist mit 732 000 Einwohnern (2007) die Hauptstadt des Staates Israel. Der östliche Teil wird allerdings als Hauptstadt eines zukünftigen Staates Palästina von den Palästinensern beansprucht. Jerusalem liegt in den Bergen Judäas, in einer Höhenlage von 610 bis 826 Metern über dem Meeresspiegel. Die exponierte Lage wird durch die Nähe zum 68 Kilometer entfernten Mittelmeer im Westen und dem nahe gelegenen Jordangraben mit dem Toten Meer (420 m ü. NN) noch unterstrichen. Jerusalem hat eine Fläche von 126,4 km² und eine Bevölkerungsdichte von 5791 Einwohnern pro Quadratkilometer. Juden stellen etwa 64 Prozent der Bevölkerung, Muslime 32 Prozent und die Christen eine Minderheit von 2 Prozent.

Teilung und "Zweite Intifada"
Am Großraum Jerusalem werden die Schnittpunkte der Stadtentwicklung vor und nach 1967 mit ihren Auswirkungen auf die jüdischen und arabischen Stadtteile sichtbar. Die Waffenstillstandslinie von 1949 war ein Resultat des "Unabhängigkeitskrieges" von 1948. Der Ausbau des israelischen Teils Jerusalems orientierte sich danach im Wesentlichen in westlicher Richtung, während sich die arabischen Stadtteile — als Teil des von Jordanien 1952/53 annektierten West-Jordanlandes — in ihrer Entwicklung an der Nord-Süd-Achse orientierten. Der Scopusberg und ein schmaler Streifen im Süden und Nordwesten der Altstadt wurden zum Niemandsland. Das Gelände der Hebräischen Universität verblieb als territoriale Enklave bei dem neu gegründeten Staat Israel. Nach dem Juni-Krieg 1967 setzte eine von den verschiedenen Regierungen geförderte Bautätigkeit ein. Es entstanden jüdische Wohnsiedlungen jenseits der ehemaligen grünen Grenze im Norden, Süden und Osten um die arabischen Siedlungen herum.
Aufgrund der expansiven Siedlungspolitik nach 1967 wurde auch das Straßennetz erweitert. Dessen Nutzung durch arabische Bewohner aus Ostjerusalem, aus der israelisch kontrollierten Westbank und den palästinensischen Autonomiegebieten unterliegt starken Einschränkungen. Auch israelischen Staatsbürgern ist derzeit eine freie Einreise in die palästinensischen Autonomiegebiete nicht erlaubt. An den Übergängen gibt es Kontrollpunkte des israelischen Militärs. Außerdem arbeiten die Israelis seit dem Ausbruch der "Zweiten Intifada" im Oktober 2000 am Bau einer Grenzanlage, die zum Teil aus einer hohen Mauer, zum Teil aus einem Zaun besteht. Diese Anlage grenzt die arabischen Siedlungen in einigen Abschnitten aus, teils durchschneidet sie diese oder schließt sie in israelisches Territorium ein. Einzelne jüdische Siedlungen im Norden und Süden befinden sich ebenfalls außerhalb dieser Grenzanlage und sind deshalb für die Israelis nur über bestimmte Straßen erreichbar. Im israelisch-palästinensischen Konflikt sind die Jerusalemfrage und die Siedlungen auf der Westbank, dem Westjordanland, die Haupthindernisse für eine politische Lösung.
A. Wittstock

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren