Great Plains - Landnutzung

USA - Mittelwesten/Süden - Landwirtschaft

978-3-14-100700-8 | Seite 204 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 20.000.000
Great Plains | Landnutzung | USA - Mittelwesten/Süden - Landwirtschaft | Karte 204/1

Überblick


In der Karte ist die Landnutzung in den Great Plains in Verbindung mit der natürlichen Vegetation dargestellt. Erkennbar ist eine Abfolge im Pflanzenbau, die von Ost nach West verläuft. Hierfür sind insbesondere die unterschiedlichen Niederschlagsmengen verantwortlich, die von Ost nach West abnehmen und damit einen Einfluss auf die natürliche Vegetation und die Art der Landnutzung haben.

Landnutzung
Hinsichtlich des Ackerbaus werden im Nordosten und östlich der Great Plains bevorzugt Mais und Sojabohnen angebaut – beides Pflanzen, die relativ viel Wasser benötigen. Nach Westen geht die Bodennutzung zunehmend zu Hirse und Winterweizen über. In den nördlichen Great Plains (North Dakota und Teile von South Dakota) wird aufgrund der harten Winter ausschließlich Sommerweizen angebaut. Im südlichen Bereich um Texas ist die relativ anspruchslose Hirse von großer Bedeutung. Im westlichen Bereich führt die ackerbauliche Nutzung immer wieder zu schwerer Winderosion, also zu einer großflächigen Verlagerung von Bodenmaterial durch Wind.

Rindermast
Auch in der Rindermast sind deutliche räumliche und strukturelle Unterschiede erkennbar. Im traditionellen „Corn Belt“ („Maisgürtel“) im Norden und Nordosten gibt es eine Vielzahl kleiner Mastbetriebe. Diese Betriebe stellen zumeist eigene Futtermittel her und bauen bevorzugt Mais oder Sojabohnen an.
Im Unterschied dazu haben sich im Süden und Westen vor allem große Mastbetriebe angesiedelt, so genannte „Feedlots“. Die ersten kleineren Feedlots mit etwa 2000 Tieren entstanden in den 1950er-Jahren. Größere Feedlots mit über 10 000 Tieren wurden ab Ende der 1960er-Jahre gegründet.
Im Jahr 2007 stammten über 65 Prozent aller Mastrinder in den USA allein aus den vier Bundesstaaten Texas, Nebraska, Kansas und Colorado. Mit der Ansiedlung der großen Feedlots kam es auch zu einer West- und Südwestverlagerung der großen Schlachthöfe und Viehmärkte. Im Umkreis von etwa 400 Kilometern der Stadt Garden City (Kansas) werden mittlerweile rund 40 Prozent aller Rinder in den USA geschlachtet.
Die Feedlots wirtschaften auf der Grundlage von Futtermittelanbau (Sorghum-Hirse) und Bewässerungsfeldbau (Mais). Der Bewässerungsfeldbau wird in erster Linie durch die Verfügbarkeit von Wasser im Ogallala-Aquifer ermöglicht. Der Ogallala-Aquifer ist ein riesiger Grundwassersee, der sich über insgesamt acht Bundesstaaten erstreckt – von South Dakota bis Texas. Seine Fläche umfasst über 450 000 km². (Zum Vergleich: Deutschland hat eine Fläche von etwa 357 000 km².)

Dust Bowl Die Karte zeigt auch ein wichtiges Umweltproblem der Region: So führt die starke Winderosion zu teilweise sehr hohen Staubgehalten in der Luft. Aus diesem Grund wird das Vorland der Rocky Mountains zwischen Texas und Wyoming auch als „Dust Bowl“ („Staubschüssel“) bezeichnet.

W. Klohn, S. Lemke

Info Plus

In der Karte sind die räumlichen Strukturen der Landnutzung in den Great Plains in Verbindung mit der natürlichen Vegetation dargestellt, die vor allem durch eine von Ost nach West abnehmende Niederschlagsmenge geprägt wird. Deutlich erkennbar ist deshalb auch eine von Ost nach West verlaufende Abfolge im Pflanzenbau.

Klima und Landnutzung
Im Mittleren Westen dominieren noch Mais und Sojabohnen, die relativ viel Wasser benötigen, weiter westlich geht die Bodennutzung zunehmend zu Hirse und Winterweizen über. In den nördlichen Great Plains wird aufgrund der harten Winter ausschließlich Sommerweizen angebaut, im südlichen Bereich um Texas ist die genügsame Hirse von großer Bedeutung. Im westlichen Bereich, in dem ursprünglich die Kurzgrasprärie dominierte, hat die ackerbauliche Nutzung wiederholt zu schwerer Winderosion geführt (vgl. Karte 204.3).
Auch in der Rindermast sind deutliche räumliche und strukturelle Unterschiede erkennbar. Im traditionellen "Corn Belt" gibt es eine Vielzahl kleiner Mastbetriebe, die zumeist auf der Basis eigener Futterproduktion, insbesondere dem Anbau von Mais oder Sojabohnen, wirtschaften. Im Unterschied dazu haben sich im Süden und Westen auf der Basis von Futtermittelanbau (Sorghum) und Bewässerungsfeldbau (Mais) vor allem große Mastbetriebe, sogenannte Feedlots, etabliert. Der Bewässerungsfeldbau verdankt sich in erster Linie der Verfügbarkeit von Grundwasser im Ogallala Aquifer. Das Aufkommen der großen Feedlots ging Hand in Hand mit der West- und Südwestverlagerung der großen Schlachtereien und Viehmärkte.

Konzentrationsprozesse
Der Konzentrationsprozess der Schlachtereien ist maßgeblich auf den "Wholesome Meat Act" zurückzuführen, der 1967 in Kraft trat und bestimmte Standards für alle Schlachtereien festlegte. Diese Standards bezogen sich unter anderem auf Hygienebestimmungen, die Inspektion der Schlachtstraßen und auf umweltgerechte Verwertung der Schlachtabfälle. Viele kleine Schlachtbetriebe, die diesen Anforderungen nicht entsprechen konnten, schieden dadurch aus dem Wettbewerb aus. Dem Konzentrationsprozess der Schlachtereien folgte die Ausbildung immer größerer Mastbetriebe, weil diese der ganzjährigen Nachfrage nach etwa gleichen Tierzahlen am ehesten nachkommen können. Die ersten kleineren Feedlots mit etwa 2000 Tieren entstanden in den 1950er-Jahren, größere Feedlots mit über 10 000 Tieren wurden ab Ende der 1960er und Anfang der 1970er-Jahre gegründet.
Der regionale Konzentrationsprozess vollzog sich im Wesentlichen zwischen 1960 und 1978. Parallel dazu erfolgte eine Ausweitung des Mais- und Hirseanbaus zu Futterzwecken in den südlichen Plainsstaaten, die den räumlichen Schwerpunkt der Rindviehmast bilden. Im Jahr 2007 waren 58 Prozent aller Mastrinder in den USA allein in den Staaten Texas, Nebraska und Kansas anzutreffen. Nimmt man noch Colorado hinzu, so konzentrierten sich mehr als 65 Prozent aller Mastrinder in nur vier Bundesstaaten. Auf dem Schlachtsektor zeigt sich eine vergleichbare Konzentration. So werden in einem Radius von 250 Meilen um Garden City (Kansas) 40 Prozent des Rindviehs in den USA geschlachtet.

Dust Bowl
Die Karte zeigt auch ein wichtiges Umweltproblem der Region. Wegen der starken Winderosion und des dadurch hervorgerufenen Staubgehaltes der Luft wird das Vorland der Rocky Mountains zwischen Texas und Wyoming auch als "Dust Bowl" bezeichnet.
W. Klohn

Graphiken

Bild

Schematisches Profil von der Trockensteppe zur Feuchtsteppe (mit Nutzung in den USA und der Ukraine)

Download

Bild

Bodenerosion in den Great Plains

Die Great Plains sind eines der größten Grasländer der Trockenen Mittelbreiten. Die Region ist ca. 1,4 Millionen Quadratkilometer groß und macht ein sechstel des Staatsgebietes der USA aus.
Download

Bild

Landwirtschaftliche Produktionsgebiete in den USA

Karte der landwirtschaftlichen Produktionsgebiete der USA
Download

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren