Gran Chaco (Argentinien) - Estancia

Südamerika - Landwirtschaft

978-3-14-100700-8 | Seite 217 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 150.000
Gran Chaco (Argentinien) | Estancia | Südamerika - Landwirtschaft | Karte 217/2

Informationen

Die Karte zeigt einen Ausschnitt aus dem östlichen Teil des argentinischen Chaco, der mit etwa 1000 Millimetern Jahresniederschlag (Sommerregen) relativ feucht ist. Im Sommer werden relativ hohe Temperaturen mit einem Januarmittel von 27,5 °C erreicht, die Winter sind mit einem Julimittel von 15,0 °C ausgesprochen mild. Die Trockenzeit im Winter dauert etwa vier Monate (arid). Charakteristisch für das Vegetationsbild ist ein Wechsel von offenem Grasland, lichtem Buschwald und Hochwald, vor allem in den edaphisch bevorzugten, etwas höher liegenden Bereichen der kleinen Flüsse, die zum Paraná entwässern.

Betriebsstrukturen und Ertrag
Betriebe von der Größe der Estancia "San Carlos" sind in dieser Region häufig. Das gesamte umgebende Gelände wird ebenfalls durch Estancias genutzt, nur wenige dieser Betriebe sind wesentlich größer als "San Carlos". Die räumliche Organisation des Betriebes ist im Kartenbild gut zu erkennen, etwa die Aufteilung des Geländes durch Zäune in einzelne Koppeln ("potreros") und die Wohnstätten der Viehaufseher ("Puestos"), die sich über die gesamte Fläche der Estancia verteilen.
Das Wirtschaftszentrum ("Casco") besteht aus dem Verwaltungsgebäude, den Garagen für Fahrzeuge und Geräte, den Futtersilos sowie aus Einrichtungen für Pflegearbeiten am Vieh, etwa Desinfektionsbäder oder Impfungen. Auf dem "Casco"-Gelände wohnt ständig ein Verwalter als Betriebsleiter. Die Oberaufsicht bei allen Entscheidungen der Betriebsführung obliegt jedoch einem Unternehmen für Estancia-Management in Buenos Aires. Diese Strukturen der Organisation und Betriebsführung sind bei allen argentinischen Estancias, gerade in der Pampa, üblich.
Betriebsziel ist die Produktion von Fleischvieh; rund 90 Prozent der jährlichen Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Schlachttieren. Ein Teil der benötigten Jungtiere kommt aus der eigenen Aufzucht, der anderen stammen von spezialisierten Zuchtbetrieben. Die Betriebsfläche beträgt 12 000 Hektar, Eigentümer ist die Indunor S. A., eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Buenos Aires, der auch die benachbarte Tanninfabrik La Escondida gehört. Teile der Betriebsfläche sind Kunstweiden oder werden für den Anbau von Futterhirse genutzt, der überwiegende Teil wird jedoch von naturnahem Grasland und Wald bedeckt. Zu dieser Fläche kommen 9000 Hektar Pachtland in der Umgebung.
Beschäftigt werden zwei Personen in der Verwaltung, sieben Viehaufseher und vier weitere Arbeitskräfte im Wirtschaftszentrum. Auf dem Gelände leben zwölf Familien, insgesamt 38 Personen. Zum Maschinen-Besatz gehören zwei Traktoren mit Geräten für die Feldbestellung und den Wegebau, Lkws für den Transport der Rinder und Kleinlastwagen. Die Bestellung der Felder erfolgt überwiegend durch Lohnunternehmen.
J. Bünstorf

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