Gröningen - Strukturwandel durch Privatisierung 1983 / 2007

Deutschland - Landwirtschaft

978-3-14-100700-8 | Seite 56 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 50.000
Gröningen | Strukturwandel durch Privatisierung 1983 / 2007 | Deutschland - Landwirtschaft | Karte 56/1

Informationen

Das Gebiet um Gröningen gehört zur Randzone des nördlichen Harzvorlandes, die vom Muschelkalksattel des Hakel im östlichen Kartenausschnitt geprägt wird. Die Kalksteinböden der flachhügeligen Platten (unterer Muschelkalk) werden noch weitgehend von einer Lössdecke und Schwarzerdeböden überzogen. Bei Gröningen entsprechen sie bereits dem Charakter der Magdeburger Börde. Die wassergefüllten Einsenkungen deuten auf Erdfälle hin, die durch Auslaugung der Gipseinlagerung im mittleren Muschelkalk entstanden sind. Die lehmigen bis tonigen Auensedimente der Bode, auch die Auslaugungssenke unmittelbar nördlich von Gröningen mit lehmigem Anmoorgley, sind nach einer Entwässerung in Acker- bzw. Gründlandnutzung genommen worden.

Landwirtschaftliche Nutzung 1983
Die Bodennutzungskartierung von 1983 zeigt ein für die Lössbörden der ehemaligen DDR typisches Fruchtfolgesystem: den Weizen-Zuckerrübenanbau, der durch Gerste als dritter Hauptanbaufrucht ergänzt wurde. Dieses Produktionsprofil war auch für die Lössbörden in der Bundesrepublik Deutschland typisch. Die LPG Gröningen umfasste 1986 insgesamt 3100 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche; davon entfielen 2908 Hektar auf Ackerland — einschließlich Mohn (50 Hektar) und Gartenland (22 Hektar) — und nur 192 Hektar auf Grünland. Das Ackerland der LPG Gröningen war Mitte der 1980er-Jahre in 88 Schläge aufgeteilt, woraus sich ein Durchschnittswert von 33 Hektar pro Schlag ergibt. Wie aus der Karte ersichtlich, überschritten einige Schläge bei weitem die 100-Hektar-Größe, so die Sommergersteschläge südlich von Gröningen. Der größte Schlag im Kartenausschnitt, der Winterweizen der LPG Harsleben, hatte etwa 320 Hektar — eine Größe, die in einem ebenen Gelände wie der Magdeburger Börde keine Ausnahme war. Die Gründlandnutzung und der Anbau von Futterpflanzen dienten der Viehhaltung. Zur Bekämpfung der Winderosion auf den großen Schlägen der weitgehend ausgeräumten Agrarlandschaft der Magdeburger Börde dienten die angepflanzten Schutzstreifen und Baumreihen.

Strukturwandel nach 1990
Da es sich im Gebiet um Gröningen überwiegend um Schwarzerdeböden auf Löss handelt, sind die Erträge pro Hektar überdurchschnittlich hoch. Damit bestehen gute Voraussetzungen für die Betriebe, die aus der Auflösung und Privatisierung der LPG Gröningen nach 1990 hervorgingen.
In den neuen Ländern handelte es sich dabei einerseits um neue Agrargesellschaften mit großen Betriebsflächen in der Nachfolge der LPG (siehe Handbuch Seiten 95/96), andererseits um sogenannte Wiedereinrichter, die als Einzelbauern bzw. Familienbetriebe neu gegründet wurden. In Gröningen und Umgebung sind sieben neue Betriebe verzeichnet, davon sechs Haupterwerbsbetriebe. Beispielhaft dafür ist der Betrieb des Bauern B, dessen Anbauflächen deutlich größer sind als die des Nebenwerbsbetriebes des Bauern A. Die Schläge sind seit der Privatisierung deutlich kleiner als 1983.
Neben der veränderten betrieblichen Organisation ist auch ein Wandel der angebauten Nutzpflanzen zu beobachten. Sommergerste wird nicht mehr angebaut; Zuckerrüben und Kartoffeln haben an Bedeutung verloren, Ölsaaten (Nutzung auch als Energierohstoff) dafür stark zugenommen. Die Flächenanteile für Weizen und Futterpflanzen sind unverändert. Neu sind eine Schweinemast- und eine Biogasanlage.
Das Ortsbild hat sich seit der Wende 1990 ebenfalls geändert. Neu sind eine Umgehungsstraße und ein Teich nordwestlich des Ortes. Die Siedlungsflächen haben — im gegensatz zu vielen anderen Umlandgemeinden größerer Städte — nur mäßig zugenommen; die Flächen mit privaten Obstgärten haben abgenommen (z. B. bei Heynburg).
K. Lückemeier, M. Felsch

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