Goldene Aue - Intensivhaltung von Schweinen

Deutschland - Landwirtschaft

978-3-14-100870-8 | Seite 81 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 8.000
Goldene Aue | Intensivhaltung von Schweinen | Deutschland - Landwirtschaft | Karte 81/3

Überblick

Der Kartenausschnitt zeigt ein, gemessen an der Zahl seiner Beschäftigten, bedeutendes Unternehmen in Nordthüringen. Die Goldene Aue liegt am Südrand des Harzes. Es handelt sich bei ihr um eine lang gezogene, klimatisch begünstigte und sehr fruchtbare Senke. Der Name verweist auf die günstigen natürlichen Standortfaktoren der Landwirtschaft. Neben Getreide und Futtermais werden Zuckerrüben, Futterrüben, Gemüse und Obst angebaut. Teilbereiche werden als Dauergrünland genutzt, eine starke Flächenkonkurrenz besteht zum Abbau von Kies.

Der dargestellte Schweinemastbetrieb ist ein Veredelungsbetrieb, da er den größten Teil seines Umsatzes mit Tieren oder Tierprodukten erzielt, die benötigten pflanzlichen Rohstoffe aber überwiegend oder gar nicht selbst anbaut. Mit dem Begriff Veredelung wird in der Landwirtschaft die Umwandlung von pflanzlichen Produkten in hochwertigere tierische Produkte bezeichnet.

Aus eigenem Anbau in der Goldenen Aue bezieht der Betrieb rund ein Viertel der für Futtermittelherstellung in eigenen Anlagen benötigten Grundstoffe, drei Viertel werden zugekauft.

Es werden Futtergetreide wie Mais, Grünfutterpflanzen wie Gras, Runkelrüben und industriell hergestelltes Rohsubstrat verarbeitet. Eine sehr große Zahl an Schweinen wird dank der besonderen baulichen Anlage der Ställe auf vergleichsweise kleiner Fläche gehalten. Das Tageslicht erblicken die gehaltenen Tiere nicht. Innerhalb weniger Monate werden sie bis zur Schlachtgröße gemästet. Die große Zahl leerstehender Ställe und Gebäude verweist auf das ehemalige Volkseigene Gut, das zu DDR-Zeiten am Standort betrieben wurde.

Der Betrieb ist vertikal integriert. Er vereint vom Futtermittelwerk bis zur Vermarktung der Endprodukte sowie der Biogaserzeugung alle Zweige der Produktion und Distribution unter einem Dach und steht damit exemplarisch für eine Entwicklung hin zur Agrar-industrie. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Struktur der Bodennutzung. So haben traditionell angebaute Getreidearten und Hackfrüchte zugunsten von Mais an Bedeutung verloren.

In einer Biogasanlage wird der Energieträger Biogas durch die Vergärung von Biomasse erzeugt. Als Ausgangsstoffe eignen sich Gülle oder Mist und feste Biomasse, die vor allem aus nachwachsenden Energiepflanzen wie Mais besteht. Die Biomasse wird unter anaeroben Bedingungen, also ohne Sauerstoff, im Fermenter mikrobiell abgebaut bzw. vergoren. Die Reststoffe werden als Dünger verwendet oder kompostiert. Im Fermenter entsteht durch den Gärprozess das aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2) bestehende Biogas.

In einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk wird das Biogas zur Strom-und Wärmeerzeugung verbrannt. Es speist überschüssigen Strom ins öffentliche Netz ein, die entstehende Abwärme wird zum Heizen der Gebäude des Betriebs genutzt. Aufbereitetes Biogas kann auch in bestehende Erdgasnetze eingespeist oder in einer Biogastankstelle als Kraftstoff genutzt werden.

Auf dem Gelände des Unternehmens befindet sich auch ein Biotechnologiezentrum, das sich unter anderem mit der Planung von Biogasanlagen und der Entwicklung von Konzepten für biologische Entsorgungssysteme befasst.

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