Global Player - Beschneiungsanlagen (TechnoAlpin)

Südtirol – Wintertourismus

978-3-14-100782-4 | Seite 27 | Abb. 3
Global Player | Beschneiungsanlagen (TechnoAlpin) | Südtirol – Wintertourismus | Karte 27/3

Informationen

Die Ansprüche der Touristen haben sich in den letzten Jahren verändert: Man möchte nicht mehr nur dann Ski fahren, wenn Schnee liegt, sondern erwartet den Schnee, wann und wo man Ski fahren möchte. So werden heute etwa 90 % der Skipisten beschneit, um den Betreibern und Nutzern ein Zeitfenster von Weihnachten bis Ostern zu bieten, in dem eine gewisse Schneesicherheit gewährleistet werden kann.
An Tagen, an denen der Taupunkt erreicht ist, kann der Schnee durch die künstliche Beschneiung als Schutzschicht für die Vegetation angesehen werden. Kritikpunkte für Beschneiungsanlagen sind der große Wasserverbrauch, ein zusätzlicher Energiebedarf für den Betrieb der Anlagen, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, die Störung von Flora und Fauna durch den nächtlichen Betrieb unter Beleuchtung, den Lärm der Gebläse und die Verdichtung des Schnees durch Planierungen.
Der 1990 gegründete Handwerksbetrieb mit heutigem Namen TechnoAlpin hat sich innerhalb von 20 Jahren zum Weltmarktführer für Beschneiungsanlagen entwickelt. Die Produktpalette reicht von Schneekanonen über maßgeschneiderte Anlagen und Produkttestanlagen für den Automobilbau bis zu Indoor-Beschneiungsanlagen (vgl. Fotos neben den Karten). Die Technik der Firma TechnoAlpin kommt auch bei der Staubreduzierung zum Einsatz, z. B. bei Abbruchbaustellen sowie im Tage- oder Tunnelbau. Die mehrfach zertifizierte Firma mit dem Stammsitz in Bozen gilt als verhältnismäßig umweltfreundlich, da die Anlagen auf Basis von Strom und nicht von Öl laufen. Der künstliche Schnee wird ohne Zusätze erzeugt. Das Unternehmen ist weltweit in 42 Ländern mit etwa 260 Mitarbeitern tätig und damit ein Global Player.

Bedeutung in Europa
Neben der Bozener Firmenzentrale sind Orte in der europäischen Karte aufgeführt, in denen Produkttestanlagen stehen. Automarken wie Audi in Ingolstadt oder Volkswagen in Wolfsburg werden durch Produkttestanlagen in Estorf und Recklinghausen ergänzt. Die Filialen bzw. Handelspartner verteilen sich gleichmäßig über Europa und sind in Spanien (Coslada), Frankreich (Dardilly), der Schweiz (Flüelen), Österreich (Innsbruck), Deutschland (Vierkirchen), Slowenien (Rdomlje), Tschechien (Zilina-Banova), Serbien (Bergrad), Griechenland (Veroia), Rumänien (Kronstadt), der Ukraine (Poltawa), Russland (Moskau), Finnland (Helsinki) und in Schweden (Sunne) zu finden. In Deutschland wurde u. a. in Oberhof eine Indoor-Schneeanlage für den Wintersport installiert.
Die größte Anzahl an Beschneiungsanlagen nehmen mit Werten zwischen 100 und 211 Anlagen Italien, Österreich, Deutschland und die Schweiz ein. Mit einer Anzahl von 31 bis 100 Anlagen folgen Frankreich, Norwegen, Schweden, Finnland, die Slowakei und die Tschechische Republik. In Spanien, Polen, den Baltischen Staaten, Russland und Rumänien sind jeweils 6 bis 30 Anlagen zu finden.
Die Grafik lässt einen Vergleich der Umsatzzahlen zu, wobei die Steigerung von 28,8 Mio. € (2002/03) auf 109,2 Mio. € (2012/13) beachtlich ist. Dabei steht Italien mit einer Verdreifachung des Umsatzes auf 31,7 Mio. € an der Spitze, gefolgt von Frankreich mit 20 Mio. €, also dem zehnfachen Umsatz, und von Österreich mit 19,2 Mio. € – einer Steigerung auf das Vierfache. Der Umsatz aus der Schweiz hat sich auf 16,2 Mio. € verdoppelt, der aus Deutschland auf 4,8 Mio. € verfünffacht.

Globale Bedeutung
In der „Qiabo Ice & Snow World“ der chinesischen Stadt Shaoxing oder im „Caesars Palace“ der US-amerikanischen Metropole Las Vegas kommen wie in Europas größter Skihalle „Snow Dome“ im deutschen Bispingen die Beschneiungsanlagen von TechnoAlpin zum Einsatz. Das Aufkaufen der Firma Innovag AG führte zu Synergieeffekten bei den Indoor-Schneeanlagen. In fast allen Erdteilen gibt es Niederlassungen bzw. Handelspartner, etwa in Sydney (Australien), San Carlos de Bariloche (Südamerika), Park City (Nordamerika) und Teheran, Peking, Seoul sowie Tokio (Asien). Die größte Anzahl an Anlagen haben wie im Alpenraum die USA (101–211), gefolgt von Kanada (31–100) sowie Russland und China (jeweils 6–30). Mit jeweils 1–5 Anlagen können z. B. Chile, Argentinien, Australien und Neuseeland aufwarten.
Wie in der Grafik zu sehen ist, hat sich der Umsatz innerhalb von zehn Jahren von 260 000 € (2002/03) auf 12,7 Mio. € (2012/13) um das fast Fünfzigfache erhöht, wobei heute der Schwerpunkt in Nordamerika liegt.

Sylvia Jakuscheit