Geschichte in der Neuzeit

Geschichtliche Entwicklung

978-3-14-100759-6 | Seite 10 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.500.000
Geschichte in der Neuzeit |  | Geschichtliche Entwicklung | Karte 10/1

Informationen

Ein Beschluss des Treptower Landtages von 1535 führte den protestantischen Glauben als Landesreligion in Pommern ein. Mecklenburg folgte diesem Schritt 1549. Nach einem Erbstreit entstanden 1621 die beiden Herzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow.

Dreißigjähriger Krieg
Im Dreißigjährigen Krieg kämpfte Mecklenburg an der Seite Dänemarks gegen den habsburgischen Kaiser Ferdinand II. Nach dem Ausscheiden Dänemarks sah König Gustav II. Adolf von Schweden die Chance gekommen, seine hegemonialen Ansprüche in Nordosteuropa durchzusetzen. Mit einen Hilfskontingent unterstützte er Stralsund 1628 bei der Verteidigung gegen Wallensteins Truppen. 1630 landete die schwedische Armee auf Usedom und zwang Pommern und Mecklenburg zu einem Bündnisvertrag. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 erhielt Schweden ganz Vorpommern (Herzogtum Pommern-Wolgast) einschließlich der Insel Rügen sowie die mecklenburgische Stadt Wismar, das Amt Neukloster und die Insel Poel. Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin bekam als Ausgleich die säkularisierten Bistümer Schwerin und Ratzeburg zugesprochen.

Hamburger Vergleich
Nachdem 1695 die Fürstenlinie Mecklenburg-Güstrow erloschen war, wurde im sogenannten Hamburger Vergleich 1701 eine Landesteilung in Mecklenburg-Schwerin mit der Hauptstadt Schwerin und den beiden Vorderstädten Güstrow und Parchim sowie Mecklenburg-Strelitz mit der Hauptstadt Neustrelitz und der Vorderstadt Neubrandenburg vorgenommen. Mecklenburg-Strelitz bestand im Wesentlichen aus der Herrschaft Stargard und dem Fürstentum Ratzeburg (ohne die Stadt Ratzeburg), die durch das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin voneinander getrennt waren. Daneben gab es beiderseits Exklaven auf dem jeweils anderen Territorium.
Im Verlauf des Großen Nordischen Krieges (1700—21) kam es zur Teilung Vorpommerns. Durch den Frieden von Stockholm (1720) bestand Schwedisch-Pommern nur noch aus Rügen und dem vorpommerschen Gebiet nördlich der Peene. Das östliche Vorpommern mit Stettin, Usedom und Wollin fiel an Preußen.

Wiener Kongress und Deutsches Kaiserreich
Bei der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress 1815 wurden Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz jeweils zum Großherzogtum erhoben. Schwedisch-Pommern fiel an Preußen.
Während in Preußen die Stein-Hardenbergschen Reformen seit 1807 den inneren Aufbau veränderten, blieb in Mecklenburg die Ständeherrschaft unangetastet. Erst 1820 wurde die Leibeigenschaft aufgehoben. Im Zuge der Revolution von 1848 kam es in Mecklenburg erstmals zu freien Wahlen. Der Versuch zur Einführung einer Verfassung und zur Umwandlung des Staates in eine konstitutionelle Monarchie scheiterten jedoch am Widerstand der Ritterschaft und des Strelitzer Großherzogs. Dies brachte Mecklenburg den Ruf ein, zu den rückständigsten Territorien innerhalb des neugegründeten Deutschen Reiches zu gehören. Der Erste Weltkrieg und die Novemberrevolution zwangen Friedrich Franz IV. jedoch 1918, als Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und Verweser von Mecklenburg-Strelitz abzudanken: Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz wurden zu Freistaaten der Weimarer Republik.

Drittes Reich und Nachkriegszeit
Die Nationalsozialisten vereinigten 1934 die beiden Freistaaten zum Land Mecklenburg mit der Hauptstadt Schwerin. Am Ende des Zweiten Weltkriegs standen sich britische Truppen westlich der Linie Schwerin-Wismar und die sowjetische Armee im Osten gegenüber. Ab Juli 1945 gehörte ganz Mecklenburg zur russischen Besatzungszone. Auf der Potsdamer Konferenz wurde die Teilung Pommerns beschlossen. Die Flüsse Oder und Neiße bilden seitdem die Grenze Deutschlands zu Polen. 1952 wurde Mecklenburg in die Bezirke Schwerin, Rostock und Neubrandenburg zersplittert, nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde das Bundesland neu gegründet.
U. Kleinelümern

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