Geologisches Profil

Amerika – physische Übersicht

100750 | Seite 149 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 4.000.000
Geologisches Profil |  | Amerika – physische Übersicht | Karte 149/3

Informationen

Der Erdkörper besteht aus einem festen inneren und einem flüssigen äußeren Erdkern, einer dünnen, harten Kruste und einer weniger starren, träge fließenden Übergangszone aus plastisch verformbarem Gestein dazwischen. Die Platten der Erdkruste verschieben und verändern sich an ihren gemeinsamen Grenzen ständig.
Der San-Andreas-Bruch trennt den westlichen Teil Kaliforniens von der Nordamerikanischen Platte; geotektonisch gehört er zur Nordpazifischen Platte. Die mächtige Kontinentalscholle Nordamerikas drückt die vergleichsweise dünne Meereskruste nach unten. Da die Meeresplatte nach Norden, die Landplatte aber nach Süden geschoben wird, versetzt sich das Felsgestein gegeneinander, wobei es sich verhakt und verspannt, bis es schließlich zerreißt: Über 200 Beben sind in Kalifornien jedes Jahr spürbar.
Die Bruchzone wird von mehreren, annähernd parallel verlaufenden Gesteinsbrüchen, sogenannten Verwerfungen, gebildet. Sie bestehen v. a. zwischen mesozoischen Sedimentgesteinen verschiedener Elastizität, die an den Seiten von Granitintrusionen gestützt werden. In die Spalten kann Magma eindringen. Die daraus entstandenen relativ jungen Vulkanite sind im Profil auf dem Boden des Pazifik zu erkennen.
Neben den horizontalen Bewegungen sind aber auch vertikale Verschiebungen zu verzeichnen. So sinkt das Kalifornische Längstal kontinuierlich ab und nimmt Sedimente der umliegenden Gebirgszüge auf. Es spiegelt sich als geologisch markante Zone auch im Landschaftsbild wider, etwa im Verlauf der Flüsse Sacramento und San Joaquin, und gibt den Rahmen insbesondere für die Besiedlung und die landwirtschaftliche Nutzung vor.
R. Köhler