Geologischer Querschnitt

Alpenraum – Geologie/Tektonik

978-3-14-100782-4 | Seite 35 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 3.000.000
Geologischer Querschnitt |  | Alpenraum – Geologie/Tektonik | Karte 35/3

Informationen

Das geologische Profil, dessen Verlauf in der Karte nachvollzogen werden kann, zeigt einen Schnitt von der norditalienischen Tiefebene durch die Alpen, das Alpenvorland und das südwestdeutsche Schichtstufenland bis an den Rand des Oberrheingrabens im Bereich des Austritts des Neckars.
Der Oberrheingraben wird im nördlichen Bereich vom Granit des Odenwaldes begrenzt. Auf ihm liegen die Buntsandsteinflächen auf, die sanft nach Osten abdachen. Die breite Senke des Kraichgaues wird vom Muschelkalk und Keuper eingenommen. In die mächtigen Juraschichten des Albs sind Vulkane eingelagert. Mit dem Albtrauf fällt der Jura zur Molassezone des Alpenvorlandes ab. Diese mächtige Vortiefe wurde im Verlaufe des Tertiärs von Sedimenten aufgefüllt, wobei im nördlichen Bereich das jungtertiäre von Löss bedeckte Hügelland die Landschaft bestimmt. In die eiszeitlichen Ablagerungen sind junge quartäre fluviatile Sedimente eingelagert, wie an der Iller und am Lech südlich von Augsburg.
Der Schnitt durch die Alpen zeigt die typische Deckenabfolge von den helvetischen Decken der Flyschzone im Norden, die von den mächtigen Decken des Ostalpin der Kalkalpen überfahren wurden. Innerhalb der Kalkzone bilden die Flyschschichten die geologischen Fenster der Gosaubuchten. Zwischen Inntal und Drautal schneidet die Profilinie zunächst die paläozoischen Schichten der Schieferzone. Das Tauernfenster, das am Brenner einsetzt, zeigt die typische Abfolge von Schieferhülle über die penninischen Zentralgneise, die im Profil den Hauptkamm der Zillertaler Alpen bilden, bis zur südlichen Schieferhülle. In die Glimmerschiefer des Oberostalpin sind vulkanische Intrusionen im Bereich der Rieserfernergruppe eingelagert. Eine deutliche Trennlinie bildet die Judicarienlinie. die hier im Pustertal verläuft. Im Bereich der Dolomiten, die aus den Kalken der südalpinen Facies aufgebaut sind, ist die Profillinie geknickt und sie schneidet noch die östlichen Ränder des mächtigen Bozener Quarzporphyrplateaus. Der steile Südabfall zur norditalienischen Tiefebene wird aus Gesteinen des Jura und der Kreide aufgebaut. Die venezianische Tiefebene besteht aus mächtigen quartären Flussablagerungen, die gegen die Adria zu von holozänen Sedimenten abgelöst werden.
F. Forster