Gacko Polje (Kroatien) - Karstlandschaft

Südeuropa - Mediterrane Kulturlandschaften

978-3-14-100803-6 | Seite 137 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 150.000
Gacko Polje (Kroatien) | Karstlandschaft | Südeuropa - Mediterrane Kulturlandschaften | Karte 137/3

Überblick

Die Karte zeigt das nach seinem Hauptfluss, der Gacka, benannte Gacko Polje, das zwischen dem Velebitgebirge und dem Gebirge Mala Kapela in der nördlichen Lika in Hochkroatien liegt. Hinsichtlich seiner naturräumlichen Grundstrukturen, seiner Besiedlung und landwirtschaftlichen Nutzung ist es eine sehr typische Polje; hinsichtlich der hydroenergetischen Nutzung (s. Wasserstollen) ist es hingegen ein Beispiel für moderne Entwicklungen.

Geographische Merkmale

Die Polje liegt in einer Höhe zwischen 425 und 460 Metern, sie ist 26 Kilometer lang und 16 Kilometer breit. Mit einem Poljeboden von etwa 80 Quadratkilometer Fläche gehört es zu den größeren Poljen des dinarischen Karstes. Die große zentrale Ebene ist mit Sanden und Tonen bedeckt. Aus dem Poljeboden ragt inselhaft ein Berg (Podum) auf. Am östlichen und besonders südöstlichen Poljerand liegen einige Quellen, die den Fluss Gacka speisen. Im Herbst und Frühling ist der Wasserabfluss stark, im Sommer gering. Noch vor wenigen Jahren waren große Teile der Polje vom Herbst bis zum Frühling überschwemmt. Gegenwärtig ist nur der tiefste Teil der Polje das ganze Jahr über feucht, er wird daher als Wiese und Weide genutzt.

Der Poljeboden ist von Kreide- und Jurakalken sowie von Dolomiten umgeben; der Übergang vom Poljeboden zu den steilen Kalkflanken ist unvermittelt. Zahlreiche Dolinen bedecken die von Eichenwäldern bewachsenen Kalk- und Dolomitfelsen in der Umgebung der Polje, aber auch Teile des Poljebodens. Die Entstehung einer Polje sowie die Strukturen im Untergrund sind mithilfe der Grafiken im Atlas zu erschließen.

Die Polje wird überwiegend für den Weizen-, Hafer-, Roggen-, Mais- und Kartoffelanbau genutzt.

Die zugehörigen Dörfer liegen zwischen dem Poljeboden und den steilen Flanken der Poljeränder. Die Lage der Dörfer und die typische Form der Reihensiedlung sind ein Erbe jener Zeit, in der der Poljeboden noch regelmäßig saisonal überschwemmt wurde. Der größte Ort der Polje, die Kleinstadt Otocac, hat rund 4000 Einwohner, im Gebiet der Polje leben insgesamt rund 10 000 Menschen. Dank der neuen Autobahn Zagreb – Zadar ist die Polje und der östlich verlaufenden Eisenbahnlinie zwar sehr gut an das kroatische Verkehrsnetz angeschlossen, im Gegensatz zu den Aktivräumen Kroatiens, der Hauptstadt Zagreb und dem Küstenstreifen, ist die Lage der Polje inmitten des Dinarischen Gebirges aber dennoch als peripher einzuordnen. Der in der Karte verzeichnete Flugplatz ist für Kleinflugzeuge geeignet und dient der Sportfliegerei.

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Trockenlegung der Polje

Seit 1965 ist die Gacka reguliert und die Polje, mit wenigen Ausnahmen, trockengelegt. Das Wasser der Gacka wird heute in dem Gusic-See gestaut und gesammelt (knapp außerhalb der Karte). Durch einen Stollen wird auch das Wasser des Lika-Flusses in den Gusic-See abgeführt. Das Wasser beider Flüsse wird durch einen Stollen über einen Höhenunterschied von 437 Metern an die Adriaküste hinunter geleitet.