Fulda - Stadtentwicklung - um 1700

Fulda - Räume im Wandel

978-3-14-100389-5 | Seite 25 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 120.000
Fulda | Stadtentwicklung | Fulda - Räume im Wandel | Karte 25/4

Überblick

Um 1700 war Fulda eine kleine Stadt mit knapp 5000 Einwohnern. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die alte Stiftsbasilika (Ratgar-Basilika) niedergerissen und stattdessen der barocke Dom St. Salvator erbaut, der noch heute das Stadtbild prägt. Gleichzeitig entstand anstelle der neuen Burg das Barockschloss, das zuerst den Fürstäbten und später (nach Gründung des Bistums 1752) den Fürstbischöfen als Residenz diente.

 

Nach über einem Jahrtausend verloren die geistlichen Führer im Jahr 1802 ihre weltliche Herrschaft – anfangs die Äbte, später die Bischöfe. Im 19. Jahrhundert ging die Stadt in schneller Folge an Friedrich Wilhelm von Oranien-Nassau, das Frankreich Napoleons, das von Napoleon eingerichtete Großherzogtum Frankfurt, 1816 schließlich an Kurhessen und 1866 an Preußen.

 

1866 erhielt Fulda einen Bahnanschluss. Die Stadt wuchs und hatte 1900 etwa 17 000 und 1925 bereits 26 000 Einwohner.

 

Im Zweiten Weltkrieg war Fulda mehrfaches Ziel folgenschwerer Luftangriffe. Die Stadt wurde zu rund einem Drittel zerstört, fast 1600 Menschen verloren ihr Leben. Die seit 1927 kreisfreie Stadt entwickelte sich nach 1945 zu einem modernen Industriestandort.

 

Während des Kalten Krieges war Fulda – durch seine Lage im Zonenrandgebiet nahe der Grenze zur DDR – strategisch bedeutsam. Wirtschaftlich entwickelte sich die Stadt zu einem modernen Industriestandort, etwa im Bereich der Textilindustrie.
1972 erfolgte die Eingemeindung von 24 Stadtumlandgemeinden; Fulda umfasst seitdem eine Fläche von 104 km2. 1974 verlor die Stadt ihre Kreisfreiheit. Heute liegt Fulda an der Kreuzung der wichtigen Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover – Würzburg und der ICE-Strecke Frankfurt – Leipzig. Zudem führt seit Ende der 1960er-Jahre die A 7 an der Stadt vorbei.

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