Fulda 2006

Stadtentwicklung

978-3-14-100756-5 | Seite 12 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 8.000
Fulda 2006 |  | Stadtentwicklung | Karte 12/2

Informationen

Die Stadt Fulda liegt am gleichnamigen Fluss zwischen den Mittelgebirgen Vogelsberg und Rhön. Mit rund 64 000 Einwohnern ist sie Hessens neuntgrößte Stadt, zurückblicken kann sie auf eine Siedlungsgeschichte, die bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht.

Fulda um 1500
Die Keimzelle von Fulda stammt aus dem Jahr 744, als im Auftrag des Missionars Bonifatius ein Kloster gegründet wurde. An der Wende zum 9. Jahrhundert entstand eine romanische Stiftsbasilika, 822 wurde die Sankt-Michaels-Kirche geweiht, die heute eine der ältesten noch erhaltenen Kirchen in Deutschland ist. Rund um den Kirchenbereich siedelten sich immer mehr Menschen an. Fuldas Bedeutung als religiöses Zentrum stieg, 1020 bekam es das Markt- und Münzrecht.
Im Laufe des Mittelalters bildeten sich auf Fuldas Gebiet drei Bereiche heraus, die auf der Karte klar voneinander abgegrenzt erkennbar sind: Der geistliche Bereich des Stiftsbezirks, der Residenzbereich und die Stadt. Umgeben waren alle drei von einer Mauer mit Türmen und sieben Stadttoren, die unter Abt Markward I. im 12. Jahrhundert entstanden waren. Als Reichsfürsten hatten die Äbte eine starke Macht, so entstand am Ende des 13. Jahrhunderts im Auftrag des Fürstabts Heinrich von Weilnau eine Burg. Eine neue Burg entstand direkt im Anschluss.
Innerhalb der Mauern war die Stadt um das Jahr 1500 locker bebaut, zur Selbstversorgung der Bürger waren Gärten obligatorisch. Durch die Stadt floss der Wollwebersgraben, es gab ein Netz von öffentlichen Brunnen. Drei Plätze hatten zentralen Charakter: Im Norden lag der Dienstagsmarkt, im Süden der Sonnabendsmarkt und im Zentrum befand sich ein freier Raum mit dem geistlichen Zentrum der Pfarrkirche und des Barfüßerklosters sowie dem weltlichen Zentrum des Rathauses. Wichtig war außerdem die Münze.
Außerhalb der Mauern hatte sich nördlich des Stiftsbezirks eine Vorstadt herausgebildet. Das direkt anschließende Umland bestand aus Äckern, Gärten und Wiesen.

Fulda heute
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wandelte sich Fuldas Gesicht umfassend. Die alte Stiftsbasilika wurde niedergerissen und stattdessen der barocke Dom St. Salvator erbaut, der noch heute die Stadtsilhouette prägt. Gleichzeitig entstand anstelle der neuen Burg das Barockschloss, das zuerst den Fürstäbten und seit der Gründung des Bistums 1752 den Fürstbischöfen als Residenz diente. Heute ist es Sitz der Stadtverwaltung.
Nach über einem Jahrtausend verloren die geistlichen Führer — anfangs die Äbte, später die Bischöfe — 1802 ihre weltliche Herrschaft. Im 19. Jahrhundert ging die Stadt in schneller Folge an Friedrich Wilhelm von Oranien-Nassau, Frankreich, das Großherzogtum Frankfurt, Kurhessen und schließlich Preußen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Fulda zu rund einem Drittel zerstört. Im heutigen Stadtplan zeichnen sich noch deutlich die Lagen des alten Stiftsbezirks (heute Dombereich) und des Residenzbereichs ab, der durch den großzügigen Schlossgarten markiert wird. Die Lage der ehemaligen Stadtmauer ist im Westen durch den Verlauf der Königstraße und im Osten durch den Verlauf der Rabanusstraße nachzuvollziehen. Von den einstmals zentralen Plätzen ist keine Spur mehr, lediglich der Bonifatiusplatz am Stadtschloss erinnert noch an die Lage des Dienstagsmarktes. Die Kanalstraße erinnert mit ihrem Namen an den früher dort fließenden Wollwebersgraben.
D. Falk

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