Frankfurt-Höchst - Chemiestandort 1970 / 2007

Frankfurt/Main

978-3-14-100700-8 | Seite 41 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 35.000
Frankfurt-Höchst | Chemiestandort 1970 / 2007 | Frankfurt/Main | Karte 41/2

Informationen

Der Chemiestandort Höchst blickt auf eine fast 150-jährige Geschichte zurück. 1863 wurde die Teerfarbenfabrik Meister, Lucius & Co. gegründet, aus der letztlich die Hoechst AG hervorging. Das Fabrikgelände südlich von Höchst, das heute den Industriepark Höchst bildet, wurde ab 1874 erschlossen. Noch im ausgehenden 19. Jahrhundert war die Produktpalette um Vorprodukte und Arzneimittel erweitert worden.
Die Karte 1970 zeigt den Unternehmenssitz der Hoechst AG als einen typischen Verbundstandort der Chemischen Industrie. Er liegt an einem Fluss (Verkehrsweg; Versorgung mit Brauchwasser, Kühlwasser) und ist über die Bahn als einem der Haupttransportträger für Rohstoffe und Produkte angebunden. Die ausgedehnten Produktionsanlagen für die verschiedenen Erzeugnisse (Grundstoffe, Farben, Dünger, Pharmaka) sind miteinander vernetzt, um eine effiziente Nutzung von Rohstoffen und Energie zu ermöglichen. Dadurch können auch Nebenprodukte in anderen Produktionsketten genutzt werden. Die Stellung als Unternehmenssitz wird in der Karte an den Einrichtungen für Forschung, Entwicklung und Logistik erkennbar.
In den 1990er-Jahren wurden die verschiedenen Geschäftsbereiche der Hoechst AG umstrukturiert und zum Teil verkauft. So ging beispielsweise der Pharma-Bereich im französisch-deutschen Chemieunternehmen Sanofi-Aventis auf. Der einstige Konzernsitz inst inzwischen zu einem der größten Industrieparks in Deutschland geworden. Damit war ein tiefgreifender Wandel der Organisationsstruktur verbunden. Statt eines Großunternehmens wie 1970 sind heute mehr als 90 Einzelunternehmen ansässig, von denen Sanofi-Aventis das größte ist.
Als Betreibergesellschaft des Industrieparks Höchst ist Infraserv Höchst für die komplexe technische Infrastruktur des Standortes zuständig und stellt zahlreiche Dienstleistungen bereit: Energieversorgung, Entsorgung, Sicherheitsleistungen, Logistik, Aus- und Weiterbildung, eine Werksfeuerwehr und ein medizinisches Versorgungszentrum. Im Vergleich zu 1970 fallen auch der neue Hafen, moderne Logistikeinrichtungen (Trimodalport mit Umschlag zwischen Wasserstraße, Bahn und Straße) und eine Biogasanlage auf. Zu diesem Dienstleistungsangebot kommen intensive Verflechtungen zwischen den Unternehmen, die von gegenseitigen Aufträgen und Zulieferbeziehungen profitieren. Die Beschäftigungszahlen im Industriepark haben sich in den letzten Jahren positiv entwickelt (19 000 Ende der 1990er-Jahre; 22 000 im Jahre 2005).
M. Felsch

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Die Bedeutung von Standortfaktoren am Beispiel der Hightechindustrie

Die entscheidenden Standortfaktoren bestimmen zunächst den Makrostandort (Raum in dem die Produktion stattfinden soll). Anschließend werden Überlegungen zum Mesostandort (Lage der Region) und Mikrostandort (konkrete Platz der Anlage) entschieden.
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