Franken und Oberpfalz - Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100851-7 | Seite 12 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 750.000
Franken und Oberpfalz | Physische Karte | Physische Karte | Karte 12/1

Der größte Ballungsraum Nordbayerns ist die Region Nürnberg, zu der außer der mehr als 500 000 Einwohner zählenden Stadt Nürnberg die Städte Erlangen, Fürth (Städtedreieck) und Schwabach zählen. Die 19 000 km² große europäische Metropolregion Nürnberg umfasst darüber hinaus den Norden Bayerns bis zur Grenze mit Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik, im Süden reicht sie bis Ansbach, Weißenburg und Amberg. In dieser Region, zu der große Teile des Landschaftsraums Franken und die Oberpfalz zählen, leben rund 3,5 Mio. Menschen.

Zwischen Fichtelgebirge und Bayerischem Wald

Regensburg, das Zentrum der Oberpfalz, liegt ganz im Süden der eher dünn besiedelten Region. Der dort in die Donau mündende Regen trennt den Bayerischen Wald in der Bruchzone der Cham-Further Senke vom Oberpfälzer Wald. Die im Mittelalter bedeutende Eisengewinnung hat zu umfangreichen Rodungen geführt, die mittlerweile durch Fichtenaufforstungen wieder verschwunden sind. Die Eisengewinnung, Grundlage der Hüttenindustrie in Sulzbach-Rosenberg (Maxhütte), wurde eingestellt. Von Bedeutung sind die reichen Kaolinvorkommen, die die Porzellanindustrie z. B. in Weiden nutzt. Eine Besonderheit sind auch die zahlreichen Teichlandschaften (Karpfenzucht) im Vorland des Oberpfälzer Waldes bei Schwandorf und Wiesau, südlich des aus Granit aufgebauten Steinwaldes.

E. Astor

Mehr anzeigen

Im Land der Franken

Das bayerische Franken umfasst höchst unterschiedliche Landschaften. Ganz im Westen liegt Unterfranken mit dem Zentrum Würzburg. Dank eines milden Klimas und wertvoller mineralischer Böden ist das Maintal zwischen Schweinfurt und Aschaffenburg (Mainfranken) ein bedeutendes Weinanbaugebiet. Der Kernraum Unterfrankens, das Mittelfränkische Becken, wird umrahmt von Spessart, Rhön, den Haßbergen und dem Steigerwald.

Die zentralen Orte Oberfrankens sind Coburg, Hof, Bamberg und Bayreuth. Die waldreichen Mittelgebirge Frankenwald und Fichtelgebirge bilden die nordöstliche Grenze. In dem niederschlagsreichen Gebiet entspringen zahlreiche Flüsse, u. a. die Saale, der Main (Weißer und Roter Main) und die Eger. Im Gegensatz zu diesen geologisch alten Gebirgen gehört die Fränkische Alb zur jüngeren Südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft. Noch zu Oberfranken zählt die aus Jurakalken aufgebaute Fränkische Schweiz. Die Karstlandschaft lockt besonders im Wiesenttal mit markanten Kletterfelsen, Höhlen (Teufelshöhle, Binghöhle) sowie zahlreichen Burgen und Brauereien.

Die Fränkische Alb setzt sich nach Süden in Mittelfranken fort. Auch sie weist viele Karsterscheinungen auf. Das Altmühltal und der Donaudurchbruch bei Weltenburg sowie die Fachwerkstädtchen Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber sind beliebte Ausflugsziele. Durch den Meteoritenkrater (Nördlinger) Ries wird die Fränkische Alb von der Schwäbischen Alb getrennt. Der Einschlag geschah vor rund 14,7 Mio. Jahren. Entlang dem 105 km langen Kraterrand im Geopark Ries führt der Ries-Panoramaweg.

Mehr anzeigen