Franken und Lothringen - Stauferzeit um 1200

Franken und Lothringen - Territorial- und Stadtentwicklung

978-3-14-100390-1 | Seite 26 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 2.000.000
Franken und Lothringen | Stauferzeit um 1200 | Franken und Lothringen - Territorial- und Stadtentwicklung | Karte 26/2

Überblick

Herausbildung der Herrschaft im Früh- und Hochmittelalter

<p>Durch Überfälle germanischer Stämme, den Zusammenbruch der Grenzverteidigung und den Zuzug germanischer und hunnischer Verbände ging ab dem 5. Jahrhundert die römische Herrschaft in der Völkerwanderungszeit unter. Unter den verschiedenen Stämmen setzten sich die Franken durch. Seit dem 6. Jahrhundert gehörten die Gebiete an Rhein und Mosel zum Großfränkischen Reich. Mainz, Worms und Ingelheim wurden zu wichtigen Zentren für Reichsversammlungen und Aufenthaltsorten für das mittelalterliche Reisekönigtum. Im Vertrag von Verdun 843 entfielen Gebiete des heutigen Rheinland-Pfalz auf die Herzogtümer Nieder- und Oberlothringen (Westfrankenreich) und das Herzogtum Franken (Ostfrankenreich). Seit dem 10. Jahrhundert gehörten die Gebiete nach der erneuten Vereinigung fest zum Ostfränkischen Reich und damit zum deutschen Sprachraum.</p>
<p>Beim Übergang von der römischen zur fränkischen Herrschaft übernahmen die Bischöfe in den Städten Trier, Mainz, Worms und Speyer wichtige Verwaltungsaufgaben. Trier und Mainz wurden zu Sitzen von Erzbischöfen, die neben der Übernahme geistlicher Ämter auch weltliche Herrschaft ausübten und eine entscheidende Rolle bei der Wahl der mittelalterlichen Könige im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation spielten (Kurfürsten).</p>

Herrschaft der Staufer: Städtegründungen und wirtschaftliche Blütezeit

<p>Die mittelalterlichen Könige standen auf Reichsebene den anderen Herrschern im Rang vor. Sie verfügten zugleich jedoch über eine Hausmacht in ihren Stammlanden. Bereits seit dem Aufstieg des Adelsgeschlechts der Salier (11.–12. Jahrhundert) wurde die Region des Mittel- bzw. nördlichen Oberrheins zu einem zentralen Königsgebiet. Für die Staufer, die den Saliern ab dem 12. Jahrhundert nachfolgten, blieb der südwestdeutsche Raum wichtig. Entlang des Rheins verfügten sie über bedeutenden Streubesitz. Die Staufer verbanden die Hausmacht in ihren Stammlanden mit dem Reichsbesitz und sicherten diesen durch den Bau zahlreicher Burgen. Kaiserslautern wurde als königliche Pfalz zum Kernbesitz ihrer Herrschaft. Echternach und Prüm waren wichtige Klöster im Reichsgebiet.</p>
<p>Die Zeit des hohen Mittelalters vom 11.–13. Jahrhundert war eine wirtschaftliche Blütezeit. Neben alten Römerstädten wie Trier, Bitburg, Koblenz, Boppard, Mainz, Worms und Speyer wurden neue Städte wie Kaiserslautern gegründet. Die Zahl der urkundlich erwähnten Orte verdreifachte sich in diesem Zeitraum. Siedlungen entstanden nun auch in den bisher dünn besiedelten Gebirgsregionen der Eifel, des Hunsrücks, des Westerwaldes und der Pfalz. Die günstigen klimatischen Bedingungen förderten den Ausbau der Landwirtschaft und des Weinbaus.</p>