Flughafen Schönefeld - 2007/Planung 2011

Flughafen Schönefeld

978-3-14-100758-9 | Seite 8 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 70.000
Flughafen Schönefeld | 2007/Planung 2011 | Flughafen Schönefeld | Karte 8/1

Informationen

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es Berlin dem Viermächtestatus und seiner Teilung zu verdanken, über drei Flughäfen zu verfügen: Der innerstädtische Flughafen Tempelhof (THF) nahm seinen Betrieb als einer der ersten deutschen Verkehrsflughäfen bereits 1923 auf. 1945 geriet er unter die Kontrolle der USA und spielte bei der Luftbrücke von 1948 die zentrale Rolle. Danach war er lange Zeit einer der beiden Flughäfen von West-Berlin. Anlässlich der Luftbrücke nahm Berlin Tegel (TXL) im Norden der Stadt mit der damals längsten Rollbahn in Europa seinen provisorischen Betrieb auf. Ab 1968 wechselte er Tempelhof als bekanntesten Flughafen West-Berlins ab und wurde nach dem Fall der Mauer zum größten Flughafen der wiedervereinten Hauptstadt. 1947 begann die Sowjetische Militäradministration in Deutschland mit dem Ausbau des außerhalb der Stadtgrenzen gelegenen Berlin Schönefeld (SXF) zum zivil genutzten Flughafen. Bis zur Wiedervereinigung war er der bedeutendste Flughafen der DDR.
2007 wurden auf allen drei Flughäfen 20 Mio. Passagiere abgefertigt. Damit lag Berlin als Flughafendrehscheibe nach Frankfurt am Main (53,9 Mio.) und München (33,9 Mio.) noch vor Düsseldorf (17,8 Mio.) an dritter Position in Deutschland.

Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI)
1996 wurde beschlossen, den Flugverkehr in Berlin zu bündeln und den modernen internationalen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) zu bauen. Die Wahl fiel auf den Standort Schönefeld, während spätestens nach Beendigung des Bauprojekts die beiden anderen Flughäfen Tempelhof und Tegel geschlossen werden sollten. Bereits zwei Jahre danach wurde mit dem Planfeststellungsantrag der Antrag auf Baugenehmigung gestellt.
Die Kritiker formierten sich, ab 2001 wurden die Träger öffentlicher Belange angehört. Moniert wurde u. a., dass das stadtferne Schönefeld nicht der optimale Standort sei oder dass Tempelhof als zentraler Flughafen auch für kleine Maschinen geschlossen werden sollte. 2004 gab es den Planfeststellungsbeschluss, kurz darauf waren die Umsiedlungen der Bürger aus den Gemeinden Diepensee und Selchow abgeschlossen, 2006 wurde der Ausbau bei laufendem Betrieb endgültig genehmigt. Die Kosten sollen 2 Mrd. ? betragen, hinzu kommen weitere Kosten, etwa für die Verkehrsinfrastruktur.
Zu den ersten Bauabschnitten zählten der unterirdische Bahnhof mit dazugehörigem Tunnel sowie die Straßenanbindungen. Die alte Nordbahn wurde geschlossen und zurückgebaut, die neue Südbahn in Angriff genommen. Die Eröffnung des neuen Flughafens ist für den 30. Oktober 2011 geplant. Zeitgleich schließt Tegel seine Pforten, von Tempelhof war bereits im Oktober 2008 das letzte Charterflugzeug gestartet. Das Gelände von BBI wird im Endstadium um 970 ha auf 1470 ha erweitert worden sein.
Die jetzige Südbahn von Schönefeld wird von 3 km auf 3,6 km verlängert und die zukünftige Nordbahn von BBI sein. Die BBI-Südbahn wird sogar eine Länge von 4 km haben. Zu Beginn werden 22—25 Mio. Passagiere pro Jahr abgefertigt werden können, also mehr als im Jahr 2007 an den drei alten Flughäfen Berlins zusammen. Der neue Flughafen mit einem zentralen Terminal kann jedoch ausgebaut werden und ist auf eine Kapazität von bis zu 45 Mio. Passagieren ausgelegt.
D. Falk

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