Flughafen Hahn - Konversion eines Militärstandortes

Deutschland - Verkehr/Transport/Logistik

978-3-14-100700-8 | Seite 63 | Abb. 7 | Maßstab 1 : 50.000
Flughafen Hahn | Konversion eines Militärstandortes | Deutschland - Verkehr/Transport/Logistik | Karte 63/7

Informationen

Der Flughafen Frankfurt-Hahn (engl.: Frankfurt Hahn Airport) wurde seit 1993 von einer US/NATO Air Base in einen zivilen Flughafen konvertiert und gilt weithin als ein gelungenes Beispiel für Militärkonversionen in strukturschwachen Räumen. Der Flughafen liegt auf der Hunsrück-Hochfläche, zwischen Mosel- und Nahetal gelegen. (ca. 400 bis 600 Meter). Die Landschaft ist gekennzeichnet von größeren, zusammenhängenden Ackerbau-, Weide- und Siedlungsinseln inmitten aufgeforsteter Nadelwälder. In 10 bis 20 Kilometer Entfernung erheben sich die vollständig bewaldeten Höhenzüge des Soon-, Idar- und Hochwaldes, die mit dem Erbeskopf bis auf 818 Meter ü. NN reichen. Der Flughafen liegt im Dreieck der dünn besiedelten Landkreise Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück zwischen den Orten Hahn (170 Einwohner), Bärenbach, Lautzenhausen (je 450 Einwohner), Sohren (3400 Einwohner) und Büchenbeuren (1700 Einwohner). Die nächstgelegenen Oberzentren (70 bis 90 Kilometer entfernt) sind Trier, Koblenz und Mainz.

Entstehung
Die französische Besatzungsmacht begann 1951 mit der Errichtung eines Militärflugplatzes im Hunsrück an der 1938 — 1939 erbauten Hunsrückhöhenstraße. Er wurde später von der US-amerikanischen Luftwaffe übernommen und beschäftigte bis zu 800 deutsche Zivilangestellte. Infolge der europaweiten Abrüstung übergaben die US-Streitkräfte die Airbase Hahn 1993 der zivilen Verwaltung. Nachdem erste Nutzungsvorhaben scheiterten, trieben die Fraport AG und das Land Rheinland-Pfalz unter erheblichem Einsatz von Steuermitteln den Ausbau des Flughafens zur Entlastung des Frankfurter Flughafens voran. Hahn ist neben dem Flughafen Köln/Bonn der einzige größere deutsche Verkehrsflughafen mit einer Nachtfluggenehmigung und bietet darüber hinaus ausreichend Erweiterungsflächen. Der erste zivile Flug vom Flughafen Frankfurt-Hahn fand am 22. Mai 1993 statt. Militärisch ist der Flughafen heute kaum noch von Bedeutung.

Betreiber und Ausbau
Betreibergesellschaft ist die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, eine 65-prozentige Tochter der Fraport AG (die anderen 35 Prozent halten zu gleichen Teilen die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen), die 2006 erstmals einen Gewinn erwirtschaftete. Die wichtige Verlängerung der Start- und Landebahn von 3040 Meter auf 3800 Meter nach Westen wurde 2007 fertig gestellt. Damit ist der Flughafen für Langstrecken-Frachtflugzeuge und für den A380 geeignet. Die damit einhergehende Verlegung der Hunsrückhöhenstraße (B327) wurde nach gerichtlichen Protesten von Naturschutzbund und BUND geändert, sodass nun die Streckenführung über eine noch zu erstellende Ortsumgehung von Bärenbach geplant ist.
Weiterhin wurden neue Passagierterminals sowie große Fracht- und Wartungshallen errichtet. Die Betreibergesellschaft kündigte bereits an, in den nächsten Jahren weiter in den Flughafenausbau investieren zu wollen. Es sollen unter anderem ein weiteres Abfertigungsgebäude und weitere Frachtanlagen errichtet werden. Die stillgelegte Hunsrückquerbahn soll mittelfristig von Bingen aus reaktiviert werden. Damit würde insbesondere die Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet verbessert. Der Flughafen ist derzeit nicht per Bahn zu erreichen.

Passagierverkehr
Mit einem Passagieraufkommen von 3,7 Mio. (2006) ist der Flughafen Frankfurt-Hahn Deutschlands elftgrößter und am schnellsen wachsender Passagierflughafen. Im Passagierverkehr wird er fast ausschließlich von Billigfluggesellschaften bedient. Die Billigfluglinie Ryanair ist dabei die größte — das irische Unternehmen kündigte im November 2005 an, die Zahl der auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn stationierten Flugzeuge bis 2012 auf 18 aufzustocken und ihn damit zum zweitgrößten Drehkreuz ihrer Fluggesellschaft nach London-Stansted zu machen. Allein die Zahl der Ryanair-Passagiere soll damit bis 2012 auf jährlich 8 Millionen (von 2,7 Millionen im Jahre 2004) steigen.
B. Richter

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