Europa - Stromerzeugung und -verbrauch

Europa - Wirtschaft

978-3-14-100700-8 | Seite 85 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 40.000.000
Europa | Stromerzeugung und -verbrauch | Europa - Wirtschaft | Karte 85/3

Informationen

Die bedeutendsten europäischen Stromerzeuger sind, in dieser Reihenfolge, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Ukraine und Italien. In der Kombination der für die Stromerzeugung eingesetzten Primärenergien zeigen sich zum Teil wesentliche Unterschiede zwischen den europäischen Staaten. Während in einigen Ländern wie Deutschland, Spanien und Italien der Energiemix ein relativ differenziertes Erscheinungsbild aufweist, dominieren beispielsweise in Norwegen, Polen, Frankreich, Österreich und der Schweiz einzelne Primärenergieträger.

Das europäische Stromverbundsystem
Über das Verbundnetz UCTE ("Union für die Koordinierung des Transports elektrischer Energie") wird elektrische Energie auf nationaler und internationaler Ebene übertragen und ausgetauscht. Dem UCTE gehören inzwischen die meisten europäischen Länder an, seit 1999 auch Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn. Das nordeuropäische Pendant zum UTCE ist NORDEL, ein Elektrizitätsverbund, der die Netze der skandinavischen Länder umfasst. Island ist Mitglied von NORDEL, allerdings elektrisch nicht mit den anderen Ländern verbunden, weil es ein unabhängiges "Inselnetz" betreibt. Ähnlich verhält es sich mit Großbritannien und Irland, die aufgrund ihrer Insellage ihre je eigenen Verbundnetze betreiben, aber, ebenso wie NORDEL, über Seekabelverbindungen mit dem UCTE in Verbindung stehen. In Osteuropa betreiben Russland, Weißrussland, die Ukraine, Moldawien und die baltischen Republiken das Stromversorgungsnetz CDO-IPS. Als Dachverband der europäischen Verbundsysteme wurde im Juli 1999 die ETSO (Association of European Transmission System Operators) ins Leben gerufen, der inzwischen durch weitere Beitritte 37 europäische Staaten angehören.
Die wichtigste Aufgabe sowohl der nationalen als auch der internationalen Verbundnetze besteht darin, bei Unregelmäßigkeiten in den Netzten der jeweiligen Partner kurzfristig einzuspringen, um beispielsweise übermäßige Spannungs- oder Frequenzschwankungen so weit wie möglich zu vermeiden. Unverzichtbare Voraussetzungen dafür sind zum einen hinreichend große Kraftwerkskapazitäten und zum anderen die Existenz von Verbundleitungen, die so ausgelegt sind, dass Übertragungsreserven zur Verfügung stehen. Die wichtige Funktion der internationalen Organisationen ist, den Kraftwerkseinsatz auf internationaler Ebene zu koordinieren und die Kapazitätsplanungen langfristig abzustimmen.
R. Sweekhorst

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